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9. März 2011

Tagliolini con barba di frate – Tagliolini mit Mönchsbart, oder: Beginn der Fastenzeit

Gestern.

Und dieses Mal mache ich ernst. Es gibt hier bis Ostern kein Fleisch mehr. Das Fräulein Peppinella nimmt meine Ankündigung gelassen hin, will heißen, sie ignoriert meine Ansage schlichtweg. Dem kleinen Peppinello kommt das gelegen. Er mag am liebsten Obst, Gemüse, Salat, Brot. (Ich lüge nicht. Es gibt Kinder, die sich freiwillig so ernähren, auch wenn sie nicht Nils und Nele sind).

Für den Herrn Peppinello ist das Auslegungssache, mit der Fastenzeit. Rindssuppen, Tafelspitz und Beinscheiben zählen für ihn nicht zur Kategorie Fleisch. Scharfe Salami und Schinken oder Speck auch nicht. Worauf hin ich korrigiere.

“Gar kein Fleisch. Fisch schon, oder mal eine kleine Wachtel, aber sonst: niente, caro!”

Er sagt: “Spinnst Du?” “Nö.” Es entbrennt ein längerer Disput über die Vor- und Nachteile des Fastens. Aus religiösen Gründen. Aus gesundheitlichen. Einfach mal so. Das Gespräch endet mit einem ätzenden: “Hör’ mal lieber auf zu qualmen.” (an mich gerichtet).

Ich schnappe meine Einkaufstasche und keife beim Verlassen des Hauses etwas Fieses (Berlichingen). Weil ich ja nun nicht zum Metzger muss, fange ich beim Türken an, wo ich Rapa (Stängelkohl) kaufe und Quitten. Und Auberginen. Ich habe nämlich für die nächsten Tage schon so eine Art Essensplan ausgearbeitet. Im Planen bin ich immer groß. In der Umsetzung meist nicht so. Danach fahre ich zu meinem Lieblings-Gemüsehändler. Da steht dann neben horrend teuren Artischocken der Mönchsbart.

Barba di frate 025

Mein herz schlägt Purzelbäume. Barba di frate (oder auch Agretto) habe ich hier noch nie, nie, nie gesehen. Kenn ich nur aus Italien. Frische Tagliolini mit Speck und Tomaten dazu. Großartig. Hundert Gramm kosten zwei Euro. Naja. Ich nehme ein Bündelchen zu 300 Gramm.

Zutaten für vier Peppinellis:

  • 300g Mönchsbart
  • 2 Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zwiebel
  • etwas gewürfelter Speck (gestern war noch keine Fastenzeit)
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • Pecorino toscano zum Reiben
  • 480g von Herrn Peppinellos Tagliolini freschi

Zurück zu Hause, wedele ich stolz mit dem Kraut vor Herrn Peppinellos Nase rum. Er steht an seiner Nudelmaschine (kommt mir gelegen). Hat aber jetzt richtig schlechte Laune. Er isst den Scheiß nicht, sagt er, ohne hin zu schauen. Und ignoriert mich. Ich sage: “Um so besser!” Dann hole ich die Kamera, fotografiere seine Nudelproduktion. Er sieht so aus, als würde er mir gleich an die Gurgel gehen. das wiederum ignoriere ich. So arbeiten wir wortlos nebeneinander.

Der Mönchsbart hat an den unten kleine holzige Enden mit sandigem Wurzelwerk, und muss also gründlich gewaschen werden. Danach blanchiere ich ihn so ungefähr für 10 Minuten in leicht gesalzenem Wasser. Das Kochwasser bewahre ich für die Nudelsoße auf. In einer Kasserolle dünste ich die Zwiebeln und den Knoblauch in Olivenöl und gebe die gewürfelten Tomaten, sowie den Speck hinzu. Außerdem setze ich schon mal das Nudelwasser auf. Der Herr Peppinello beobachtet alles aus dem Augenwinkel. Schließ grabscht er in das Sieb, indem das Gemüse abtropft. Und probiert. Seine Augen weiten sich.

“Sag’ mal, das ist doch…? Wo hast Du das denn her?” ich grinse selbstzufrieden. “Ob das hier überhaupt jemand kennt?”, sinnt er nach. Ich habe natürlich schon gegoogelt, und verweise auf Robert und Jutta Lorbeerkrone. Der Herr Peppinello bloggt zwar nicht. Robert ist ihm jedoch geläufig. (“Einer der beiden Schweizer. Der Ältere, nicht der Italiener”. So merkt er sich das.) Friede kehrt ein.

Als das Nudelwasser kocht, gibt er die Tagliolini hinein. Ich gebe die Barba die frate zu den anderen Zutaten in die Pfanne und gieße etwas von der Kochbrühe an. Wir können es kaum erwarten.

Barba di frate 048

Jetzt schnell die Pasta abseihen und kurz in der Pfanne mit schwenken. Finito

Weil alles so  schön ist, greif ich das Fasten-Thema für die nächste Stunde nicht mehr auf.  Beim Essen versuchen wir zu beschreiben, wonach Mönchsbart schmeckt. das Fräulein Peppinella mein schließlich, dass es eine Ähnlichkeit hat, mit den Blättern und Blüten von Zucchini. Der kleine Peppinello tippt auf den iberischen Meeresspargel, mit dem wir unsere Doraden füllen.Und das stimmt beides, oder auch nicht. Finden wir.

Jetzt halt mal die Augen auf, und guck, ob es bei die auch Mönchsbart gibt. Oder vielleicht “Cuccuziedde” e “tenerumi”. davon träume ich immer. Wenn ich mal welche finde, siehste was es ist.

den

7. August 2009

Lebenszeichen - hausgemachte Pasta, heute: Garganelli Emiliani

Eigentlich sollte ich jetzt gar keine Zeit haben, aber ich habe Mittagspause, und bin allein zu Hause. Die Stille um mich herum ist beängstigend. Gelegenheit, mal ein Lebenszeichen in den Orbit zu senden. Ich bin noch da. Aus den Tiefen meines Bilder-Fundus habe ich was zum bloggen hervor gekramt, nämlich Folgendes:

garganelli

 Dazu brauchst Du pro Portion:

  • 50g Weizenmehl Typ 00
  • 50g Mehl aus Hartweizen
  • 1 Ei
  • Salz
  • wenig Olivenöl

Außerdem:

  • Nudelmaschine
  • Lineal
  • Dauerwellenkamm
  • Filzstift (freundliche Leihgabe des kleinen Peppinello: Pelikan Colorella, Farbe grün)

Mein kleiner Assistent (neuerdings mit Zahnlücken) macht fleißig mit. Er rückt mit einem ganzen Bataillon Farbstiften (Wachsmalstifte sind auch dabei) an, und bekommt ein Stück Teig. Meine Arbeitsfläche ist klein. Er braucht den meisten Platz.

Garganelli sind eine Spezialität aus der Emilia Romagna, welche bekannt ist für vielfältige Pasta-Variationen. Ursprünglich wurde zur Herstellung von Garganelli ein Holzinstrument ("Pettine"/Kamm) verwendet. Das habe ich natürlich nicht im Haus, aber: Not macht erfinderisch. Als allererstes knetet die Kitchen-Aid mir wieder mal gefälliger weise den Nudelteig. Den forme ich dann zu einer Rolle und teile ihn in 5 Teile auf.

garganelli 02

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Die Teigstücke walze ich (immer nur eins, die anderen mit einem Tuch abdecken, damit sie nicht trocknen) mit der Pastatrice bis auf Stufe 5. Aus den entstandenen Teigplatten schneide ich kleine Quadrate von ca. 6 x 6 cm (ungefähr!) Durchmesser.

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Die Quadrate dürfen nicht zu sehr trocknen, denn sonst kann man sie nicht mehr "über den Kamm scheren" (schön gesagt, gell?). Der kommt nämlich jetzt zum Einsatz, wie Du hier siehst:

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Mit leichtem Druck rolle ich nun den Bleistift, Filzstift (muss nicht zwingenderweis von Pelikan sein, Geha geht bestimmt auch) über die kleine Teigplatte, die diagonal auf dem Pettine (Dauerwellenkamm) liegt hin und her, und gebe zum Schluss leicht Schwung und schließe die Nudel.

garganelli 12 garganelli 13

Auf dem Bild rechts siehst Du übrigens die Wunderwerke des kleinen Peppinello. Er kann das alles vielbesser als ich. Seine Stifte sind auch besser als meine. Sein Teig ebenfalls. (Er entwickelt allmählich Charakterzüge, die denen des Herrn Peppinello 1:1 gleichen…..).

Die Arbeit erweist sich als langwierig. Mein kleiner Gehilfe tut sein übriges dazu, meine eh sehr kleine Küche in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Großzügig bietet er an, mir beim Kochen der Pasta-Sauce zu helfen. Ich winde mich hin und her und quetsche schließlich hervor: “Hasi, die schmecken auch nur mit Butter und Käse. Das schaffe ich alleine. Deck’ Du schon mal den Tisch.

Und genau so machen wir das dann (meno male….)

garganelli 14

   Zum guten Schluss möchte ich Dir noch folgendes sagen: Es tut mir leid, dass ich nicht auf alle Kommentare antworte. Ebenso komme ich mir wie die letzte Koch-Blog-Sau vor, weil ich Dir nichts schreibe, was aber nicht heißt, dass ich nicht bei Dir lese. Mir fehlt es einfach an Zeit. Die Blog-Welt findet für mich momentan immer erst nach Mitternacht statt, manchmal auch später. Meistens bin ich dann nicht so gesprächig. es wird sich ändern….im Herbst.

25. März 2009

Tagliatelle fatte in casa con i ceci – hausgemachte Tagliatelle mit Kirchererbsen; ein Tauschhandel

Der Tauschhandel: Meine Schwiegermutter ruft an. Täglich. Mehrmals. So um die zehn bis fünfzehn Mal. (Nein, das nervt kaum. Wenn ihre Nummer zum 35sten Mal auf meinem Telefon-Display blinkt, tue ich so, als ob ich nicht zu hause bin. Was sie wiederum nicht davon abhält 200 Mal klingeln zu lassen.) Irgendwann merke ich, dass die “Toter-Mann Frau”-Nummer nicht zieht und gehe an den Apparat….(Täglich. Mehrmals. So um die zehn bis fünfzehn Mal.)

Tagliatelle fatte in casa con i ceci 01

Nach dem ersten Bla-Bla, erzähle ich ihr, das ich Tagliatelle machen möchte. Und sie sagt sofort: “Quelle sono buone con i ceci. Stasera metto i ceci, domattina li cucino e tu fai la pasta. Io ti mando i ceci. Tu mi mandi le tagilatelle.” Das heisst: “Die sind lecker mit Kichererbsen. Ich weiche heute Abend welche ein und koche sie morgen früh. Du machst die Nudeln. Ich schicke Dir die Kichererbsen, Du schickst mir die Tagliatelle.”

Und genau so machen wir es, wobei der Herr Peppinello als Kurier fungiert. Die vorgekochten Ceci von der Nonna Maria siehst Du oben links auf dem Bild. Sie wurden wie gesagt nachts eingeweicht, und morgens nochmal so ungefähr 2 Stunden gekocht.

Hier jetzt aber erst einmal alle Zutaten:

  • Kichererbsen, eingeweicht und gekocht
  • Battuto aus Zwiebeln und Sellerie sowie Petersilie (glatt)
  • wenig Rinderbrühe
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch

Das Battuto dünstest Du in einer Kasserolle mit Olivenöl mit Olivenöl an. Dann gibst Du die Kichererbsen und etwas Brühe dazu und lässt alles bei kleiner Flamme mit schräggestelltem Topfdeckel köcheln. Jetzt kommen die Nudeln:

für die Tagliatelle

  • 150g Weichweizenmehl 00 (ich nehme das von de Cecco)
  • 150g Hartweizengrieß 176 (rimacinata, auch von de Cecco)
  • 3 Eier
  • etwas Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • ggf. ein Schnapsglas Wasser

Nach mehrmaligem Herumprobieren habe ich für mich herausgefunden, das die Mehle von de Cecco das non plus ultra sind. Die Sache mit dem halb Hart- und halb Weichweizen-Mehl habe ich von meiner Schwiegermutter (woher sonst?). Die oben angegebene Menge reicht locker für 4 Personen.

Das Teigkneten übernimmt die Kitchen-Aid. (Heute wieder einmal Reklame für die Kitchen-Aid. Ein Dank an die Firma Artisan. Ohne mein Helferlein hätte ich die 25 Jahre alte Nudelmaschine wohl nie mehr aus dem Schrank geholt. Soweit ich mich erinnere, zahlte meine Schwiegermutter seinerzeit für dieses Ding der Firma “Marcato” 99.- Mark. Hm..heute kostet das Teil 99.- €…).

Tagliatelle fatte in casa con ceci 02

Die Zutaten sind verknetet. Nun nimmt Du jeweils ein Stück Nudelteig (Etwas kleiner als ein Brötchen) und walzt ihn mit der Pastatrice. Anfänglich ist der Teig ziemlich ätzend, aber beim Walzen arbeitet das Gluten. Bei Walzenstufe 5 solltest Du schönen, geschmeidige Teigplatten haben. Diese breitest Du auf einem bemehlten Tuch aus, und lässt sie kurz trocknen. Nur so gehen sie unbeschadet durch den Tagliatelle-Aufsatz der Maschine. (Geht auch mit der Hand, wenn Du diesen Aufsatz nicht hast. Zeige ich Dir bei Gelegenheit. Versprochen.)

Tagliatelle fatte in casa con ceci 03

Es wird Zeit, das Nudelwasser aufzusetzen. Die Tagliatelle dürfen bis dahin auf dem Leinentuch ruhen. Sie können auch ohne weiteres getrocknet werden, solltest Du sehr viele gemacht haben. Kocht das Wasser schon? Dann gib’ die Tagliatelle für etwa 4 Minuten (länger brauchen sie nicht) hinein.

(Während ich das hier schreibe, klingelt ohne Unterlass das Telefon. Ich weiß, wer das ist. Ich gehe nicht ran.)

Tagliatelle fatte in casa con ceci 04

Die Tagliatelle werden nicht abgeseiht, sondern direkt aus dem Topf in die Kasserolle mit den Ceci gegeben. Nochmal kurz ziehen lassen, schwenken, anrichten.

Wer mag, gibt noch einen “filo d’olio darüber, frischgemahlenen Pfeffer oder auch Peperoncino, ABER: KEINEN KÄSE. Das ist bei Pasta-Gerichten mit Hülsenfrüchten ein absolutes NO. Ich wünsch’ Dir einen guten Appetit. Ich lese jetzt Deine Posts, und beantworte vielleicht endlich mal all die netten Kommentare, die Du mir hinterlässt.

Ciao.

23. Februar 2009

Weight Watchers hausgemachte Ravioli oder Herrn Peppinello's Auslegung der Personalpronomen

Gleich zu Anfang möchte ich Dir mittteilen, dass ich die Weight-Watchers und ihre Punkte zum Teufel geschickt habe. Ich bin 43 Jahre alt, 1,70 m groß, trage Kleidergröße 38 und wiege 62,9 kg. Die Zweikommaneun hinter der 60 stören mich zwar, aber ich bin nicht für's Verzichten gemacht. So.
Weil das mit der Lasagne so prima geklappt hat, beschließe ich am Tag darauf Ravioli selbstzumachen (wird "selbstzumachen" nach der Rechtschreibreform eigentlich aus-ein-an-der oder zusammen geschrieben?).
Ich stelle 2 verschiedene Pasten für die Füllung her.

Zutaten

für die Ravioli (eigentlich sind es "Mezzelune")
400 g Weizenmehl
4 Eier
Salz
Olivenöl

Füllung 1
Caprino (Ziegenfrischkäse)
Ricotta
gehackter, blanchierter Spinat (TK geht)
Salz und Pfeffer

Füllung 2
Walnüsse (mit der Kitchen-Aid geschreddert)
geriebener Pecorino (oder Parmesan)
Mascarpone
Salz und Pfeffer

Als erstes bereite ich die Füllungen vor. Hier die mit Ziegenkäse und Spinat. Einfach alles zusammenrühren (und probieren).



Und dann die mit den Walnüssen (noch öfter probieren, denn Mascarpone macht glücklich).



Hier siehst Du die leergefressene Lasagne-Form. Selbst meine Schwiegermutter hatte nichts daran auszusetzten. Der Teig für die Ravioli wird wiederum von der Kitchen-Aid geknetet. Ich walze ihn mit der Pastatrice bis auf Stufe 6 (dünn).



Ich verteile kleine Portionen Füllung auf die Teigblätter, bin dann aber zu blöd, alles in gefällige Quadrate zu schneiden. Also nehme ich einen großen Ausstecher. Den finde ich in meinen Backutensilien (endlich eine Verwendungsmöglichkeit für die riesigen doofen Plätzchenausstecher.) Die Spinatfüllung sieht auf den Fotos irgendwie aus wie Gift.



So werden aus den geplanten Ravioli eben Mezzelune. Die Teigränder bestreiche ich übrigens weder mit Eiweiß, noch mit sonstwas. Sie haften auch ohne. Ich muß recht zügig arbeiten, denn der Teig wird schnell spröde.
Fertig. Ich setze Nudelwasser auf, und bereite aus der restlichen Ricotta, den Nüssen, Petersilie und Sahne ein Sößchen zu. Die Mezzelune müssen so etwa 4 Minuten in simmerndem Salzwasser ziehen, und kommen danach (mit dem Schaumlöffel) direkt zur Sauce in die Pfanne.



Ausnahmsweise kommt kein geriebener Käse auf die Nudeln. Heute nehme ich die restlichen gehackten Walnüsse zum Bestreuen. (Hat bestimmt ein paar Millionen Kalorien. Oder Punkte. Oder was-weiß-ich.)

Fragst Du dich schon was das hier alles mit Peronalpronomen zu tun hat? Das sag' ich Dir jetzt.
Einen Abend später, der Herr Peppinello und ich haben fast Feierabend, und es sind nur noch eine gute handvoll Gäste in unserem Lädchen. Wir sitzen gemütlich mit ihnen zusammen, unterhalten uns über dies und das. Irgendwann kommt das Gespräch auf das Thema Wörld-weit-Wepp.
"Die ist auch im Internet", sagt Herr Peppinello. Dabei deutet er mit dem Kinn in meine Richtung.
(Ich denke "die" steht auf der Weide und macht "MUH!".)
Einige Leute wollen nun wissen, was die Peppinella im Netz denn macht. Daraufhin sagt der Herr Peppinello: "Die hat 'ne Rezepteseite. Da könnt Ihr sehen, was wir (!!!???) zuhause alles kochen."
Wir.
WIR??? (Ich überlege kurz: 1. Person, Plural, Nominativ.)

Okay. Ich weiß, das WIR Menschen mit Migrationshintergrund sind, aber...es war mir bisher nicht klar, dass der Herr Peppinello solch arge Probleme mit den deutschen Personalpronomina hat. Dann denke ich, dass das gar nichts mit der deutschen Sprache zu tun hat. Er hätte auch im Italienischen zu Neunundneunzig Prozent "noi" (wir) gesagt.
Vielleicht ist das ja auch alles ganz anders. Vielleicht gibt es so eine Art Parallel-Universum. In einer anderen Galaxis. Mit einem anderen Internet. Und einem anderen Blog. Dort kochen "WIR".
(Possesivpronomen kann er übrigens auch nicht. In keiner Sprache der Welt. "Alles meins....")

P.S.: "WIR" hatten übrigens noch etwas Nudelteig (mit Spinat besudelt)übrig. Daraus entsanden Tagliatelle. Sie wurden zu lockeren Nestern gedreht, und sind getrocknet haltbar.



P.P.S.: HELAU!
P.P.P.S.: Ich hasse Karneval.

17. Februar 2009

Lasagne fatte in casa - alles home-made, aus Frust

Ich bin ziemlich gefrustet, durch meinen Bildchen-Verlust im Blog, der halbe Dezember 2008 ist weg. Dieser Sch(w)und wurde jedoch durchaus nicht von dem "beknackten Picasa-Update" verursacht, sondern von der beknackten Bloggerin selbst. (Ordner verschieben, Fotos verschieben, aktualisieren....). Ich muß das halt alles nochmal hochladen. In den nächsten Tagen. Grmpf.
Heute morgen wache ich ergo mit schlechter Laune auf, und weiß schon, was die Gewichtswächter mitsamt ihren Points mich mal können...für heute. Ablenkung muss her. Kochen muß ich. Lecker soll es sein. Im Kühlschrank liegen Salat, Radieschen, Gurken, Magerjoghurt, ach nein. Ich öffne diverse Schränke, und da steht sie! Ganz oben, ganz hinten: Die Pastatrice. Lasagne, denke ich. Oh ja!!!
Der Herr Peppinello muß kurz weg, irgendwas einkaufen. Er ist schon zur Tür hinaus, da brülle ich ihm hinterher: "Hackfleisch!" Er dreht sich um und sagt: "Hä?" "Bring' Hackfleisch mit."
Als er schon fast im Auto sitzt, reiße ich nochmal die Haustüre auf und schreie: "Ricotta!" "Was?" "Ricotta!" Er fährt.
Ich gehe in die Küche und fange mit den Vorbetreitungen an. Es ist 10:00 Uhr.

Hier jetzt erst mal die Zutaten:

für die Lasagneplatten
400 g Weizenmehl
4 Eier
Salz
etwas Olivenöl

hinzu kommen später
3 Mozzarella
1 Pfund Hackfleisch
6 Dosen Pelati
Salame Napoletano (scharf)
Knoblauch und Olivenöl
Salz und Pfeffer
Basilikum habe ich keinen da

Ja, und Ricotta. Aber die hat der Herr Peppinello vergessen. Darum mache ich sie selbst. Zeige ich Dir gleich, wie das geht. (Ich weiß übrigens immer noch nicht, ob es die oder der Ricotta heißt. Ich sage "die" Ricotta, so wie "la" Ricotta.
Während die Kitchen-Aid freundlicherweise den Nudelteig knetet, machen wir hier schon mal Ricotta. Das geht ganz einfach. Du brauchst Milch und Zitronensaft, Salz und (nach Belieben) Pfeffer.

Als erstes setzt Du die Milch in einem Topf auf. Dann gießt Du langsam den Zitronensaft rein (pro Liter Milch den Saft von einer Zitrone). Während die Milch aufkocht und gerinnt, schöpfst Du den so entstehenden Käse mit einem Schaumlöfel ab, und gibst ihn durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb. Am Schluß bleibt nur noch die Molke im Topf. Ist der Käse abgetropft, würzt Du ihn mit Salz und Pfeffer.
Für Herstellen von Ricotta gibt es in der Apotheke anstatt der Zitrone auch eine "Medicina", die Du nehmen kannst (Calciumlactat/1 EL pro Liter).
Ricotta selbermachen ist nicht sehr ergiebig. Aus 1,5 Litern Milch werden höchstens 150 Gramm Ricotta. Früher (als nicht alles wirklich besser war) gab es hier in Deutschland Ricotta fast nirgendwo zu kaufen, also machten wir sie immer selbst.
So. Du solltest jetzt schon mal Deinen Hackfleisch-Sugo zubereiten: Hackfleisch mit Knoblauch und Olivenöl anbraten, zerkleinerte Pelati dazugeben, köcheln lassen. Du kannst nun auch die Salami (gekochter Schinken geht ebenfalls) und die Mozzarella würfeln, und den Pecroino (oder Parmesan) reiben. Frag' bitte nicht, wo die Bechamel-Sauce ist, sonst haue ich Dich. Es gibt keine. Es kommt hier keine rein!! Never ever, diese Mehlpampe.

Die Kitchen-Aid hat zwischenzeitlich die Eier mit dem Mehl, dem Salz und einem Schuß Olivenöl verarbeitet.Wir formen daraus einen gefälligen Klumpen.

Nun schneiden wir ein Stückchen davon ab, und geben sie durch die Pastatrice, und zwar beginnend bei Stufe 1 (dick) bis Stufe 5 (dünn). Stufe 6 ist zu dünn, der Teig reißt. Die Teigplatten müssen vor dem Backen kurz blanchiert werden. (Ich rieche immer wieder am Teig. Er duftet herrlich, wie beim Pastaio in Italien. Ich arbeite ganz ruhig vor mich hin. Mein kostenloser Ratgeber (wer wohl?) ist nicht daheim. Alles klappt prima.

Heize Deinen Backofen vor. 180 Grad. Eigentlich kannst Du schon anfangen, die Zutaten in Deine Auflaufform zu schichten. Du fängst mit dem Sugo an, usw...

Sei vorsichtig mit den Nudeln, die reißen verdammt schnell. Fertig? Dann ab in den Ofen für ungefähr eine knappe Stunde (30 Minuten mit Alufolie oder Deckel, danach offen fertigbacken.)

13:30 Uhr. Mein Grantlhuber ist zwischenzeitlich wieder daheim. Die Kinder auch. Pronti per mangiare.
Der Herr Peppinello isst übrigens 2 bis 3 Portionen. Einen secondo oder gar terzo piatto kannst Du Dir sparen.
"Ich muß auf's Laufband", sagt er, "später..."......ja ja.. Das Fräulein Peppinella ist ausnahmsweise mal nicht so grantig wie Dreizehneinhalbjährige sonst so sind und futtert, was das Zeug hält (das "1/2" bei der 13 ist übrigens ganz ganz immens wichtig).
Und der kleine Peppinello? Der heult Rotz und Wasser, weil er akuten Oma-Entzug hat. Er war schon 10 Tage nicht bei ihr. Also packen wir ihn und etwas Lasagne ins Auto, und der Herr Peppinello fährt ihn hin. Ich bin mal gespannt, was sie sagt. Sie macht die Nudeln nämlich nie selbst. Wetten, dass sie nun auch noch beleidigt ist???

22. November 2008

Gnocchi fatti in casa - hausgemachte Gnocchi

Ich habe mich überwunden, und nach langer Zeit (und auf Drängen der restlichen Peppinellis) mal wieder Gnocchi selbstgemacht.

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Zutaten für die Gnocchi
etwas mehr als 1 Kilo mehligkochende Kartoffeln
etwas weniger als 1 Kilo Weizenmehl
eine kleine Tasse mit lauwarmem Salzwasser
einen ganzen Vormittag Zeit

Zutaten für den Tomatensugo
5 Kleine Dosen Pelati
Olivenöl
Salz und Pfeffer
ca. 1 kg Salsiccia piccante

Als erstes kochst Du die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser, lässt sie etwas abkühlen, pellst sie und passierst sie durch eine Kartoffelpresse.
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Danach fügst du etwas Mehl und etwas von dem Salzwasser hinzu....
und knetest alles gut durch...
bis Du einen galtten Teig hast. Die Menge des hinzuzufügenden Mehles ist immer verschieden.....hängt von den Kartoffeln ab...

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So. fertig ist der Teig.
Jetzt nimmt Du davon einzelne Portionen, die Du in daumendicke Würste rollst, und in ca 1 bis 2 cm dicke Stück schneidest.
Drücke nun mit dem Finger in jedes Stück eine Mulde und ziehe das Stück erst zu Dir hin, und schubse es dann schnell von Dir weg. (Oh Mann, ist das eine behämmerte Erklärung einer Tätigkeit...)

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Oft lese ich, dass das Teigstückchen über eine Gabel, oder über einen Schaumlöffel gezogen werden soll....aber....Nonna Maria hat mir das so wie hier gezeigt.
Die rohen Gnocchi müssen 1 bis 2 Stunden (nebeneinander liegend) ruhen. Da es eine ganze Menge sind, räumen wir das lange Sideboard im Esszimmer ab, legen ein sauberes Tischtuch auf und funktionieren es zum "Gnocchibett" um. (Bei noch größeren Mengen wird in Italien üblicherwiese das Ehebett zum Gnocchibett.)
Genug Zeit, um einen Toamtensugo zuzubereiten.
Pelati in einer großen Schüssel mit der Hand (geht am schnellsten) zerkleinern und einen einfachen Tomatensugo kochen.

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Ein paar Schöpfkellen Sugo in eine Pfanne mit der vorher angebratenen Salsiccia geben.

(Ich bereite die Salsiccia separat zu, und gebe sie erst zum Schluß in die restliche Tomatensoße, denn andernfalls wird alles höllisch scharf, und schmeckt auch dem größten Peperoncino-Fan nicht mehr.)

Nun kannst Du schon mal einen (sehr gr0ßen) Topf mit Salzwasser aufsetzen. Wenn es kocht, solltest du alle Familienmitglieder rekrutiert haben, mit flachen Tellern bewaffen und sie hin und her scheuchen, um die Gnocchi (dürfen nicht aneinander kleben) zu Dir in die Küche zu bringen. Ab damit ins kochende Wasser.
Die Gnocchi sind fertig, wenn sie an der Wasseroberfläche schwimmen.

Giesse sie vorsichtig über einem Sieb ab. Dann gibst du sie wieder in den Topf, fügst einige Schöpfkellen Sugo hinzu und rührst sie darin um.

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Ab auf die Teller, noch ein bisschen Sugo drüber...
Parmesan und Pfeffer nach Belieben beigeben. Puh..fertich...
Gottseidank ist dein "Secondo Piatto" - die Salsiccia - auch schon bereit.

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Anmerkung zum Schluß: Hier kannst du dir das "Gnocchi schubsen" in bewegten Bildern anschauen. (Andy Garcia in "Der Pate III" als Vincenzo Corleone. Schade, dass ich das von der Nonna Maria lernen musste, und nicht von ihm (*seufz).



Was ich noch vergessen habe: Übriggebliebene Gnocchi schmecken vorzüglich im Backofen mit Tomatensauce und Mozzarella aufgewärmt!