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8. Dezember 2009

Gran bollito misto alla piemontese – ein großer Kessel gemischtes Fleisch…

…und die Fleischsorten verheimliche ich (zumindest teilweise) meiner Familie.

Zunächst aber mal was in eigener Sache:

  1. Danke, für die vielen E-Mail zu meinem Geburtstag. Er war noch traumhafter, als der im letzten Jahr…..am Nikolaustag konnte ich keine einzige Gräte mehr bewegen.
  2. Danke, für die vielen liebreizenden Kommentare im letzten Post. Ich bin echt geplättet, und auch sehr geschmeichelt, was aber bei mir auch immer leichte Ansätze von Größenwahn mit sich bringt, also….Ball flach halten.
  3. Mein Internet und mein Telefon funktionieren weiterhin nur sporadisch. Angeblich hat ein Techniker der Telekom das Problem vor Ort (an irgendeiner Zuleitung) um 11:39 Uhr behoben. Um 14:12 ging dann wieder das Internet nicht. Ich kenne mittlerweile alle Mitarbeiter sämtlicher Hotlines. Ich habe sie alle schon beschimpft, den elektrischen Martin inklusive. Ist aber bei Martin unbefriedigend, denn er reagiert nicht.
  4. Ich komm’ jetzt zum Punkt. Bolltio misto.

Genau das Passende, wenn das Wetter so gruselig ist, wie hier. Bolltio misto kommt aus dem Piemont, und da herrschen glaube ich, momentan auch miese Temperaturen (5 Grad und Nebel, sagt mein Wetterdienst).

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Wenn Du auf das Foto guckst, sag ich Dir mal, was alles drin ist, im Bolltio. Wir fangen bei 12 Uhr (Kartoffel) an. Direkt darunter siehst Du ein Stück von einer Rinderbeinscheibe. Daneben Möhre. Unten rechts Kalbszunge. Suppenhuhn. Oben links, neben dem Meerrettich, ein Stück Cotechino. Das Grüne obendrauf ist die Salsetta verde. nachkochen ist unproblematisch, Du musst Dir nur einige sehr gute Esser einladen.

Zutaten (Achtung, für 8 – 10 Personen):

  • 1 Kalbszunge (ca. 800g) – die Kalbszunge verschweige ich den Kindern, ich sage, es ist ganz zartes Filet von irgendwas.
  • 1 Suppenhuhn (bis zu 2 kg)
  • 1 vorgekochter Cotechino
  • 1 große Beinscheibe vom Rind
  • einige Markknochen vom Kalb
  • 1 große Gemüsezwiebel gespickt mit 8 Nelken
  • Petersilie und Knoblauch
  • Möhren und Sellerie
  • Lorbeerblätter, Pfefferkörner
  • Salz und Pfeffer

für die Salsa verde:

  • 2 Knoblauchzehen
  • 6 – 8 Sardellenfilets
  • 2 EL Kapern
  • 2 EL Weißweinessig
  • 2 EL Paniermehl
  • 1  großes Bund Petersilie
  • Pfeffer
  • 1/8 l Olivenöl
  • ggf. etwas von der Fleischbrühe

als Beilagen:

  • gekochte Möhren
  • Salzkartoffeln

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Als erstes putze ich das Suppengemüse und gebe es mit den Knochen und der gesäuberten Zunge (sieht sie nicht widerwärtig aus) in einen großen Topf mit kaltem Wasser. Auch die Zwiebel mit den Nelken und alle anderen Gewürze gebe ich dazu. Das ganze koche ich auf, und schöpfe den sich absetzenden grauen Schaum ab. Ich drehe die Hitze etwas runter.

Nach ungefähr 2 Stunden gebe ich dann die Beinscheibe und das Suppenhuhn dazu, und lasse alles auf kleiner Flamme zwei bis 3 weitere Stunden garen. Hängt alles von der Zunge ab, die braucht nämlich am längsten, so insgesamt vier bis 5 Stunden. Während der Wartezeit drängt sie sich immer wieder an die Wasseroberfläche. Ich gucke sie an. Sie sieht nicht lecker aus. Ich stoße sie zurück auf den Topfboden, sie kommt sofort wieder hoch. Übrigens ist die Zunge gar, wenn man ganz leicht mit einer Gabel rein stechen kann. So weit ist sie hier aber noch nicht. Eine Stunde vor Ende der Garzeit setzte ich die Cotechino-Wurst mit Wasser in einem separaten Topf auf. Sie sollte nach 30 bis 40 Minuten gar sein. Gleichzeitig koche ich Kartoffeln und Möhren. Außerdem bereite ich die Salsetta verde zu.

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Ich hacke die Petersilie klein, zerteile die Sardellen mit der Hand, schneide den Knoblauch. Nun zerkleinere ich alle Zutaten mit dem Mixer, und gebe nach und nach den Weißweinessig und das Olivenöl (tropfenweise) hinzu. Bitte nicht salzen, die Sardellen sind salzig genug. Sollte die Salsetta zu dickflüssig sein, kannst Du sie mit ein wenig von der Fleischbrühe strecken. Fertig.

Ich muss nun hinter dem Rücken meiner Kinder das Suppenhuhn und die Zunge häuten. Ich stelle mich breitbeinig an meine Arbeitsplatte, und versuche meine Schultern so breit wie möglich zu machen, damit sie bloß nichts sehen. ich verbiete ihnen, den Tisch zu decken.

“Das macht Papa heute.” (Irgendwie versuche ich zu vermeiden, dass sie neben mir in den Besteckschubladen rumkramen.

Die Zunge und das Huhn sind sehr heiß. Ich bin hektisch und verbrenne mir die Finger. Schnell werfe ich die Haut der Zunge - die nun aussieht wie weißes Leder - und die wabbelige Hühnerhaut in den Müll. (Die Zunge ist sehr sehr weich…irgendwie habe ich was gegen die Zunge. Der Cotechino ist gar. Ich schneide den Beutel auf, entnehme die Wurst und schneide sie in Scheiben. Das mache ich nun auch mit allen anderen Fleischsorten….Beim Huhn ist das eher ein Zerteilen….und richte alles nett mit dem Gemüse und den Kartoffeln auf einer großen Platte an. Der Kleine stürzt sich auf das Huhn und die Möhren. Fräulein Peppinella nimmt Kartoffeln, mag die grüne Soße wegen der Sardellen nicht. Schließlich legt sie sich mehrere(!!!) Scheiben Zunge auf den Teller und isst. (ganz, ganz zart, das Filet von was auch immer…..)

082 Alle anderen (wir haben Besuch), nehmen reichlich von allem. Ich probiere die Zunge. Nein. Schmeckt mir nicht. Dem Herrn Peppinello auch nicht…….Naja. Vielleicht nächstes mal. Oder auch nicht……

Ich guck jetzt mal, was bei Dir so los ist…..Solange mein Internet funktioniert.

30. August 2009

Involtini di pollo oder: Hähnchen-Involtini “extra dry”

Aus dem “Silberlöffel”. Mal was anderes. Und schnell soll es gehen. Außerdem will ich endlich mal diese hübschen Bambus-Spießchen in der Küche einsetzen. Das ist eigentlich der Hauptgrund, aber das gebe ich natürlich ungern zu. Vor wem? Du kannst es Dir denken. Ich sage also zunächst nichts. Weder über die Hähnchenbrüste, noch über die Bambusteile, mit denen Sie später zusammengehalten werden.

Zutaten:

  • 4 Hähnchen-Brustfilets ohne Haut
  • 200g Lardo (italienischer fetter Speck, Pancetta geht auch), in dünne Scheiben geschnitten
  • Salbeiblätter
  • Ölivenöl, Salz und Pfeffer
  • wenig Weißwein zum Begießen

Als Beilagen essen wir:

  • Brot, gebratene Kräuterseitlinge und kleine Büffelmozzarella

Die Filets teile ich in jeweils 2 Stücke und klopfe sie vorsichtig platt. Hierfür entwende ich den Fleischklopfer des Herrn Peppinello, denn der hat eine glatte Oberfläche. Meiner ist so ein herkömmliches Ding, mit dem ich das zarte Fleisch wahrscheinlich zu Brei hauen würde.

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Auf jede Scheibe lege ich ein Salbeiblatt und würze sparsam mit Salz und Pfeffer. dann rolle ich die Scheibe auf. Als ich sie mit dem Rückenspeck umwickele kommt mein Herzblatt in die Küche. Ich schiebe mit dem Ellbogen schnell das Päckchen mit den Bambusspießen unter die Zewa-Rolle, aber zu spät. Er hat sie schon entdeckt. Sie muten asiatisch an, und es gibt nichts, was der Herr Peppinello weniger mag, als Asia-Food. “Was sind das denn für Dinger?”, fragt er, zugegebenermaßen völlig neutral, da er weder rohen Fisch, noch Algenblätter und dergleichen mehr auf meiner Arbeitsfläche entdeckt. “Siehste doch”, antworte ich. Er dreht ein Spießchen zwischen den Fingern herum.

“Man könnte Fingerfood damit machen. Also, kleine Antipasti-Spieße und so. Wie teuer sind die, wo haste sie her?” (Er wird an später, an einem anderen Tag einen Karton mit 180 Stück in der Metro kaufen.) Dann sagt er: “Schön.”, und geht.

Ich erhitze derweil das Olivenöl in einer Pfanne und bräune die Involtini bei starker Hitze. Dann gebe ich etwas Weißwein hinzu, decke die Pfanne ab und gare sie bei niedriger Hitze für eine weitere Viertelstunde.

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In der Zwischenzeit schneide ich die Pilze in Scheiben und schmore sie mit Rosmarin in Butter. Die Kinder decken schon mal den Tisch. Keine Ahnung, wo der Herr Peppinello ist. Die Pilze sind fertig. Die Involtini auch. Ich decke den Tisch. Keine Spur von irgendwem. Ich schreie nach unten in den Hof: “Essen!”. Dann gieße ich etwas heiße Brühe in die Pfanne mit den Involtini. es poltert auf der Treppe. Das sind die Kinder. “Papa kommt gleich, der pumpt mein Fahrrad auf”, erklärt der kleine Peppinello. Ich gebe nun nochmal heiße Brühe in die Pfanne. Die Pilze ziehe ich vom Herd. Ich schreie erneut nach unten: “Essen!!” Herr Peppinello guckt kurz hoch und brummt irgendwas. Die Kinder setzten sich an den Tisch. Ich wiege den schweren Fleischklopfer in der Hand, und denke (kurz) daran, ihn zielsicher nach unten zu werfen. Aber dann höre ich den Herrn Peppinello auf der Treppe. Er muss sich aber jetzt noch die Hände waschen. Ich fange an die Portionen auf Teller zu verteilen. Die Kinder stehen auf. Sie haben nämlich ebenfalls das Händewaschen vergessen, und ich habe sie nicht daran erinnert. (Das mit dem “nicht-daran-erinnern” ist übrigens eine Kritik des Herrn Peppinello an eine schlechte Mutter). Endlich sitzen alle.

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Wir fangen an zu essen. Der Herr Peppinello nimmt den ersten Bissen vom Fleisch. Dann legt er sein Besteck hin und sagt vorwurfsvoll: “Das ist ja total vertrocknet! Wie lange hast Du das denn gebraten?” Der kleine Peppinello fuchtelt derweil mit den Spießchen herum, die er aus seinem Fleisch gezogen hat. Ich denke (nicht ganz kurz) darüber nach, wie es wäre, wenn ich Morgan La Fay wäre, und die Bambusdinger durch pure Willenskraft auf eine beachtliche Größe wachsen zu lassen, und den Herrn Peppinello damit nach bester Voodoo-Manier zu zerlöchern. Natürlich hat er recht. das Fleisch ist trocken.

“Als ich Euch zum essen gerufen habe, da waren sie auf den Punkt!”, zische ich. Ich schiebe geräuschvoll meinen Stuhl nach hinten und poltere meinerseits nach unten. Sollen sie doch essen was sie wollen…Disgraziati tutti.

(Anm.: Die Involtini dürfen nicht länger als 10-15 Minuten schmoren.)

8. Dezember 2008

Spezzatino e brodo di pollo - Geflügelverwertung restlos

Prolog

Fräulein Peppinella ist beim Hockey-Training, Herr Peppinello hat frei und muss unbedingt in irgendeinen "ich-bin-doch-nicht-blöd"-Elektronikladen und der kleine Peppinello schläft seit 10 Minuten (dem Himmel sei Dank). Es geht ihm wieder ganz gut. Nachdem er seit Freitag jegliche Nahrung verweigerte (außer 2 Grissini und 1 Laugenbrezel), isst er heute Abend ein Hühnersüppchen .

Also los:

Wir haben heute Mittag ein recht unspektakuläres Hähnchen, welches ich zerlege , und dann mit Rosmarin, Saltz und Pfeffer im Ofen grille. Die Karkasse kommt eine Weile in den Kühlschrank.



Weil wir dazu nur Tomatensalat und Seitlinge essen, und der Ofen ja eh an ist, schneide ich ein Fladenbrot in Scheiben, welches ebenfalls im Ofen geröstet wird.
Gesagt, getan...Brot ab in den Ofen.

Just in diesem Moment betritt Herr Peppinello das Haus. Er bringt ein Überbleibsel des 5. Dezembers mit (Du weißt schon, mein Geburtstag, an dem ich keine Kitchen-Aid bekam).

Das Überbleibsel ist ein Helium-Ballon mit ca. 60 cm Durchmesser, schön bunt mit vielen Schnüren dran, den mir einer unserer Gäste verehrte. Auf dem Ballon steht :"Tap to play. I sing". Wenn Du gegen den Ballon schlägst quäkt er: "Happy Birthday to you, Happy Birthday to you, Happy Birthday, Happy Birthday....etc."

Der kleine Peppinello freut sich und schlägt gegen den Ballon. Fünzehn bis zwanzig Mal.

Und dann? Dann ist das Brot verkokelt.



Herr Peppinello macht lange Zähne. Wir fangen an zu essen. Das Hähnchen und die Beilagen schmecken gut. Herr Peppinello kratzt das Verbrannte von den Brotscheiben. (Gibt übrigens einen Super-Effekt im gesamten Essbereich inklusive Fußböden in allen Zimmern.)



Der Kleine zerbröselt eine halbe Scheibe Brot auf seinem Teller, steht 17 Mal auf und betätigt den Heliumballon. Dieser quäkt munter in einem fort.

Nach dem Essen verwerte ich die Karkasse.



Ich koche ein feines Hühnersüppchen mit Karotten, Zwiebeln, Sellerie und Lauch. ("Happy Birthday to you, Happy Birthday to you...")



Weitere gefühlte 418 Mal quäkt der Heliumballon. Übrigens steht unten, da wo die Schnüre festgebunden sind: "50 plays guaranteed". Ich erwäge, den Hersteller zu verklagen, denn 50 plays sind schon seit Ewigkeiten vorbei.



Epilog

Wenn Herr Peppinello morgen die Stirn hat, das Glückwunsch-Telegramm, welches noch unten im Laden liegt mitzubringen....nämlich jenes, welches beim Öffnen losröhrt: "Hoch soll Sie leben, hoch soll Sie leben..."...ich schwöre, dann reiche ich die Scheidung ein, und gebe alle unsere Kinder ins Heim.

P.S.: Herr Peppinello hat sich bei "Geiz ist geil" einen tragbaren DVD-Player mit integriertem DVBT gekauft. Unbedingt braucht er das. Wir haben noch nicht genug elektronische Geräte....

5. März 2008

Pollo al forno - der Hahn im Pergament

Heute hatten wir ein Hähnchen.



Weil ich aber keinen riesigen Aufwand betreiben wollte, habe ich mein Hähnchen einfach gewürzt, mit Schalotten und Knoblauch gefüllt, ihm Rosmarinzweige unter die Haut gesteckt, es in Backpapier gebettet

...und in den Ofen geschoben.



Da blieb es dann ca. 1 Stunde...



...bei 180°C.



Dazu gab es einfach nur Salat (Kommentar vom Junior: "Mamma, essen wir die Blumen auch?!") und Brot.



Hat geschmeckt.