25. März 2009

Tagliatelle fatte in casa con i ceci – hausgemachte Tagliatelle mit Kirchererbsen; ein Tauschhandel

Der Tauschhandel: Meine Schwiegermutter ruft an. Täglich. Mehrmals. So um die zehn bis fünfzehn Mal. (Nein, das nervt kaum. Wenn ihre Nummer zum 35sten Mal auf meinem Telefon-Display blinkt, tue ich so, als ob ich nicht zu hause bin. Was sie wiederum nicht davon abhält 200 Mal klingeln zu lassen.) Irgendwann merke ich, dass die “Toter-Mann Frau”-Nummer nicht zieht und gehe an den Apparat….(Täglich. Mehrmals. So um die zehn bis fünfzehn Mal.)

Tagliatelle fatte in casa con i ceci 01

Nach dem ersten Bla-Bla, erzähle ich ihr, das ich Tagliatelle machen möchte. Und sie sagt sofort: “Quelle sono buone con i ceci. Stasera metto i ceci, domattina li cucino e tu fai la pasta. Io ti mando i ceci. Tu mi mandi le tagilatelle.” Das heisst: “Die sind lecker mit Kichererbsen. Ich weiche heute Abend welche ein und koche sie morgen früh. Du machst die Nudeln. Ich schicke Dir die Kichererbsen, Du schickst mir die Tagliatelle.”

Und genau so machen wir es, wobei der Herr Peppinello als Kurier fungiert. Die vorgekochten Ceci von der Nonna Maria siehst Du oben links auf dem Bild. Sie wurden wie gesagt nachts eingeweicht, und morgens nochmal so ungefähr 2 Stunden gekocht.

Hier jetzt aber erst einmal alle Zutaten:

  • Kichererbsen, eingeweicht und gekocht
  • Battuto aus Zwiebeln und Sellerie sowie Petersilie (glatt)
  • wenig Rinderbrühe
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch

Das Battuto dünstest Du in einer Kasserolle mit Olivenöl mit Olivenöl an. Dann gibst Du die Kichererbsen und etwas Brühe dazu und lässt alles bei kleiner Flamme mit schräggestelltem Topfdeckel köcheln. Jetzt kommen die Nudeln:

für die Tagliatelle

  • 150g Weichweizenmehl 00 (ich nehme das von de Cecco)
  • 150g Hartweizengrieß 176 (rimacinata, auch von de Cecco)
  • 3 Eier
  • etwas Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • ggf. ein Schnapsglas Wasser

Nach mehrmaligem Herumprobieren habe ich für mich herausgefunden, das die Mehle von de Cecco das non plus ultra sind. Die Sache mit dem halb Hart- und halb Weichweizen-Mehl habe ich von meiner Schwiegermutter (woher sonst?). Die oben angegebene Menge reicht locker für 4 Personen.

Das Teigkneten übernimmt die Kitchen-Aid. (Heute wieder einmal Reklame für die Kitchen-Aid. Ein Dank an die Firma Artisan. Ohne mein Helferlein hätte ich die 25 Jahre alte Nudelmaschine wohl nie mehr aus dem Schrank geholt. Soweit ich mich erinnere, zahlte meine Schwiegermutter seinerzeit für dieses Ding der Firma “Marcato” 99.- Mark. Hm..heute kostet das Teil 99.- €…).

Tagliatelle fatte in casa con ceci 02

Die Zutaten sind verknetet. Nun nimmt Du jeweils ein Stück Nudelteig (Etwas kleiner als ein Brötchen) und walzt ihn mit der Pastatrice. Anfänglich ist der Teig ziemlich ätzend, aber beim Walzen arbeitet das Gluten. Bei Walzenstufe 5 solltest Du schönen, geschmeidige Teigplatten haben. Diese breitest Du auf einem bemehlten Tuch aus, und lässt sie kurz trocknen. Nur so gehen sie unbeschadet durch den Tagliatelle-Aufsatz der Maschine. (Geht auch mit der Hand, wenn Du diesen Aufsatz nicht hast. Zeige ich Dir bei Gelegenheit. Versprochen.)

Tagliatelle fatte in casa con ceci 03

Es wird Zeit, das Nudelwasser aufzusetzen. Die Tagliatelle dürfen bis dahin auf dem Leinentuch ruhen. Sie können auch ohne weiteres getrocknet werden, solltest Du sehr viele gemacht haben. Kocht das Wasser schon? Dann gib’ die Tagliatelle für etwa 4 Minuten (länger brauchen sie nicht) hinein.

(Während ich das hier schreibe, klingelt ohne Unterlass das Telefon. Ich weiß, wer das ist. Ich gehe nicht ran.)

Tagliatelle fatte in casa con ceci 04

Die Tagliatelle werden nicht abgeseiht, sondern direkt aus dem Topf in die Kasserolle mit den Ceci gegeben. Nochmal kurz ziehen lassen, schwenken, anrichten.

Wer mag, gibt noch einen “filo d’olio darüber, frischgemahlenen Pfeffer oder auch Peperoncino, ABER: KEINEN KÄSE. Das ist bei Pasta-Gerichten mit Hülsenfrüchten ein absolutes NO. Ich wünsch’ Dir einen guten Appetit. Ich lese jetzt Deine Posts, und beantworte vielleicht endlich mal all die netten Kommentare, die Du mir hinterlässt.

Ciao.

Kommentare:

  1. Köstlich! Geschichte und Rezept. Pasta e ceci gab's bei uns immer als Suppe, aber ich werde es sicherlich auch mal in der versione semiasciutta probieren.
    Salutoni
    Alex

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  2. Sieht lecker aus. Ich finde, der Teig ist besser zu Verarbeiten, wenn man ihn am Abend vorher anrührt und im Kühlschrank ruhen läßt.

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  3. Jetzt muß ich mich doch mal wieder ans Nudel-Machen machen. Die letzten Versuch brachten nicht das gewünschte Ergebnis.

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  4. Na, besser als meine Tante. Die lässt es einmal und vielleicht noch ein halbes Mal klingeln, dann legt sie auf – und du hälst wie ein Trottel die Muschel mit einem "Tu-tu-tu-tu-tu-tu ..." ans Ohr. Wenn du dann mal genug früh abnimmst, schreit sie dich an: "Wo warst du die ganze Zeit!?! Ich hab hundert Mal angerufen! Nie hebt jemand das Sche...telefon ab!" Hülsenfrüchte – Parmigiano – NO. Correttamente, Signora Peppinella. Che bella pasta, però!

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  5. Will auch tauschen :-)
    Tausche Brot gegen dieses köstlich Gericht

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  6. *alex: anche noi mangiamo la minestra della pasta con i ceci, fatta con i ditaloni oppure con la pasta "mischiata". Habe entsprechende fotos bereits vor monaten zwischengelagert. werde es bei gelegenheit posten.
    bacio

    *sivie: hab ich noch nie probiert. wird der nicht aussen zu porös??

    *nathalie: non ci posso credere. ich glaube dir nicht, dass die das nicht gelingt:-)

    *claudio: e gia'. sono una vera peste le mamme, zie e suocere. aber, caro...was täten wir ohne ihr profundes küchenwissen???

    *backoase: immer her mit den broten!!!

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  7. Erst mal danke dafür, dass ich mich bei dir wieder köstlich amüsiert habe! :-)

    Kichererbsen mit Pasta...das hat was, muss probiert werden!

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  8. Telefonterror.....

    Wenn Du mir die Pasta machst, weiche ich Dir auch die Kichererbesen ein, kein Problem und ich rufe auch nicht an....das ist doch nen Deal, oder?

    Ich hasse Telefone und gehe selten dran....

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  9. herrliches Gericht und schöne Geschichte. Den Teig leg ich auch immer über Nacht in den Kühlschrank, etwas anstreichen mit Olivenöl und zudecken mit Folie, dann trocknet er nicht an.

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  10. Bei Dir gefallen mir auch immer die schönen Geschichten aus dem Leben und die wunderbaren Gerichte.

    Wäre auch zum Tausch bereit. ;-)

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  11. Meine Frau hat nach langer Zeit auch mal wieder Nudeln selber gemacht. Erstaunlich das man vergessen hat wie gut das schmeckt.
    Wie Du Rezepte beschreibst finde ich genial.
    Übrigens, Grünkohl ist seit Mitte der 70ziger eins meiner Lieblingsgemüse. Vor allem zu Kasseler und zur Weihnachtsganz unbedingt.
    Irgendwie lag Leipzig unterhalb des Grünkohl- Äquator. Erst meine Frau (aus Wittenberg in Sachsenanhalt) machte mich mit Ihm bekannt.
    Freu mich auf weiter Geschichten!

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  12. Liebe peppinella, also, ich bin ja eher der ruhige, introvertierte Typ, was Dir einige der oben Kommentierenden bestimmt (Finger über Kreuz halt) bestätigen werden und was sich auch an der Kürze meiner Kommentare und Blogeinträge ablesen lässt. Deshalb ist es doch ganz einfach:
    1. ich erinnere Dich nicht an Deine Schwiegermutter (Mamma mia!)
    2. ich backe äußerst gerne Kuchen und schare dabei gelegentlich lernwillige Jünger um mich
    3. Du kannst Pasta
    4. KOCHEVENT!!!!

    PS: Nudelmaschine vorhanden. Auch ne Marcato, aber ich glaube, irgendwie verzogen. Also mechanisch. Ein Mistding.

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  13. Lecker, lecker aber ich würde trotzdem Käse dazu essen, ob man's darf oder nicht. ;-)

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  14. *eva schön, dass du mit den kichererbsen gekichert hast.

    *bolli nur gegen zitronentarte...sonst nix!

    *robert ich werde es ausprobieren (und erzähle meiner schwiegermutter nichts davon)

    *barbara gegen ein paar drinks aus deiner cocktail-sammlung...sonst nix!!

    *werner danke!

    *jutta introvertiert ist garantiert noch understatement...der rheinländer an und für sich ist ja generell mehr als introvertiert...nahezu eigenbrötlerisch.........

    *zorra jeder, wie er mag.:-)

    *angy lo so..lo so!

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