Dienstag, 8. Dezember 2009

Gran bollito misto alla piemontese – ein großer Kessel gemischtes Fleisch…

…und die Fleischsorten verheimliche ich (zumindest teilweise) meiner Familie.

Zunächst aber mal was in eigener Sache:

  1. Danke, für die vielen E-Mail zu meinem Geburtstag. Er war noch traumhafter, als der im letzten Jahr…..am Nikolaustag konnte ich keine einzige Gräte mehr bewegen.
  2. Danke, für die vielen liebreizenden Kommentare im letzten Post. Ich bin echt geplättet, und auch sehr geschmeichelt, was aber bei mir auch immer leichte Ansätze von Größenwahn mit sich bringt, also….Ball flach halten.
  3. Mein Internet und mein Telefon funktionieren weiterhin nur sporadisch. Angeblich hat ein Techniker der Telekom das Problem vor Ort (an irgendeiner Zuleitung) um 11:39 Uhr behoben. Um 14:12 ging dann wieder das Internet nicht. Ich kenne mittlerweile alle Mitarbeiter sämtlicher Hotlines. Ich habe sie alle schon beschimpft, den elektrischen Martin inklusive. Ist aber bei Martin unbefriedigend, denn er reagiert nicht.
  4. Ich komm’ jetzt zum Punkt. Bolltio misto.

Genau das Passende, wenn das Wetter so gruselig ist, wie hier. Bolltio misto kommt aus dem Piemont, und da herrschen glaube ich, momentan auch miese Temperaturen (5 Grad und Nebel, sagt mein Wetterdienst).

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Wenn Du auf das Foto guckst, sag ich Dir mal, was alles drin ist, im Bolltio. Wir fangen bei 12 Uhr (Kartoffel) an. Direkt darunter siehst Du ein Stück von einer Rinderbeinscheibe. Daneben Möhre. Unten rechts Kalbszunge. Suppenhuhn. Oben links, neben dem Meerrettich, ein Stück Cotechino. Das Grüne obendrauf ist die Salsetta verde. nachkochen ist unproblematisch, Du musst Dir nur einige sehr gute Esser einladen.

Zutaten (Achtung, für 8 – 10 Personen):

  • 1 Kalbszunge (ca. 800g) – die Kalbszunge verschweige ich den Kindern, ich sage, es ist ganz zartes Filet von irgendwas.
  • 1 Suppenhuhn (bis zu 2 kg)
  • 1 vorgekochter Cotechino
  • 1 große Beinscheibe vom Rind
  • einige Markknochen vom Kalb
  • 1 große Gemüsezwiebel gespickt mit 8 Nelken
  • Petersilie und Knoblauch
  • Möhren und Sellerie
  • Lorbeerblätter, Pfefferkörner
  • Salz und Pfeffer

für die Salsa verde:

  • 2 Knoblauchzehen
  • 6 – 8 Sardellenfilets
  • 2 EL Kapern
  • 2 EL Weißweinessig
  • 2 EL Paniermehl
  • 1  großes Bund Petersilie
  • Pfeffer
  • 1/8 l Olivenöl
  • ggf. etwas von der Fleischbrühe

als Beilagen:

  • gekochte Möhren
  • Salzkartoffeln

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Als erstes putze ich das Suppengemüse und gebe es mit den Knochen und der gesäuberten Zunge (sieht sie nicht widerwärtig aus) in einen großen Topf mit kaltem Wasser. Auch die Zwiebel mit den Nelken und alle anderen Gewürze gebe ich dazu. Das ganze koche ich auf, und schöpfe den sich absetzenden grauen Schaum ab. Ich drehe die Hitze etwas runter.

Nach ungefähr 2 Stunden gebe ich dann die Beinscheibe und das Suppenhuhn dazu, und lasse alles auf kleiner Flamme zwei bis 3 weitere Stunden garen. Hängt alles von der Zunge ab, die braucht nämlich am längsten, so insgesamt vier bis 5 Stunden. Während der Wartezeit drängt sie sich immer wieder an die Wasseroberfläche. Ich gucke sie an. Sie sieht nicht lecker aus. Ich stoße sie zurück auf den Topfboden, sie kommt sofort wieder hoch. Übrigens ist die Zunge gar, wenn man ganz leicht mit einer Gabel rein stechen kann.

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So weit ist sie hier aber noch nicht. Eine Stunde vor Ende der Garzeit setzte ich die Cotechino-Wurts mit Wasser in einem separaten Topf auf. Sie sollte nach 30 bis 40 Minuten gar sein. Gleichzeitig koche ich Kartoffeln und Möhren. Außerdem bereite ich die Salsetta verde zu.

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ich hacke die Petersilie klein, zerteile die Sardellen mit der Hand, schneide den Knoblauch. Nun zerkleinere ich alle Zutaten mit dem Mixer, und gebe nach und nach den Weißweinessig und das Olivenöl (tropfenweise) hinzu. Bitte nicht salzen, die Sardellen sind salzig genug. Sollte die Salsetta zu dickflüssig sein, kannst Du sie mit ein wenig von der Fleischbrühe strecken. Fertig.

Ich muss nun hinter dem Rücken meiner Kinder das Suppenhuhn und die Zunge häuten. Ich stelle mich breitbeinig an meine Arbeitsplatte, und versuche meine Schultern so breit wie möglich zu machen, damit sie bloß nichts sehen. ich verbiete ihnen, den Tisch zu decken.

“Das macht Papa heute.” (Irgendwie versuche ich zu vermeiden, dass sie neben mir in den Besteckschubladen rumkramen.

Die Zunge und das Huhn sind sehr heiß. Ich bin hektisch und verbrenne mir die Finger. Schnell werfe ich die Haut der Zunge - die nun aussieht wie weißes Leder - und die wabbelige Hühnerhaut in den Müll. (Die Zunge ist sehr sehr weich…irgendwie habe ich was gegen die Zunge. Der Cotechino ist gar. Ich schneide den Beutel auf, entnehme die Wurst und schneide sie in Scheiben.

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Das mache ich nun auch mit allen anderen Fleischsorten….Beim Huhn ist das eher ein Zerteilen….und richte alles nett mit dem Gemüse und den Kartoffeln auf einer großen Platte an. Der Kleine stürzt sich auf das Huhn und die Möhren. Fräulein Peppinella nimmt Kartoffeln, mag die grüne Soße wegen der Sardellen nicht. Schließlich legt sie sich mehrere(!!!) Scheiben Zunge auf den Teller und isst. (ganz, ganz zart, das Filet von was auch immer…..)

082 Alle anderen (wir haben Besuch), nehmen reichlich von allem. Ich probiere die Zunge. Nein. Schmeckt mir nicht. Dem Herrn Peppinello auch nicht…….Naja. Vielleicht nächstes mal. Oder auch nicht……

Ich guck jetzt mal, was bei Dir so los ist…..Solange mein Internet funktioniert.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Sfogliatelle ricce fatte in casa – entblättert auf neapoletanisch

Die Sfogliatelle sind wohl, neben Baba’ und Profiterole, das typischste Gebäck Neapels. Es gibt Sfogliatelle frolle (Mürbeteig) und ricce (Millefoglie). Mundartlich heißen sie [:’e-schfull-ja-räll:]. Tja. Noch so ein Ding, nach dem wir ganz verrückt sind. Aber, selber backen? Keinen Schimmer.

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Meine Schwiegermutter sagt: “E sfuglirell’ nun sunghe da fa n’da casa..S’anna manja n’do pasticciere o n’do bar.” (Sfogliatelle sind nicht zum selber machen. Die isst man beim Pasticciere oder in der Bar.) Ja, ja…in Kampanien vielleicht, aber hier in Deutschland? Noch nie irgendwo gesehen beim Bäcker. Dabei belasse ich es. Zunächst. Aber dann lese ich bei Nicky von delicious days über ihren Trip nach Neapel. Dort erwähnt sie unter anderem Sfogliatelle. Erste Anzeichen einer Obsession machen sich breit. Ich denke darüber nach. Und denke. Tage später lese ich bei Claudio über einen Apfelstrudel. Er beschreibt den Ton, der erklingt, wenn man reinbeißt. Eine kleine süße Melodie erklingt in meinem Kopf. Tage vergehen. Die kleine Melodie wird zur großen Symphonie, aus der anfangs leichten Obsession wird eine wahre Manie. So geht es mir ständig. Ich träume nachts von Sfogliatelle ricce. Ich durchforste das Internet. Schließlich finde ich dieses Video von Luciana. Sie zeigt genau, was ich wissen will, nämlich wie die Sfogliatelle von Hand geformt werden. Es kann also losgehen in der Pasticcieria Peppinella.

Ingredienti/Zutaten (für 18 bis 20 Stück)

für den Teig:

  • 500g Mehl Typ 00 (oder Manitoba, habe ich natürlich nicht)
  • 200ml Wasser
  • 20g Akazienhonig
  • 1TL Salz
  • 150g Schmalz zum Fetten (“schminken”, sagt der Herr Peppinello)

für die Füllung (am nächsten Tag):

  • 200g Ricotta
  • 125g Weichweizengrieß (gekocht)
  • Mark von einer Vanilleschote
  • 125g Zucker
  • 1 Ei

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Ich vermische die Zutaten für den Teig (außer dem Schmalz). Da die Kitchen-Aid (genau wie Bolli es mir vor knapp einem Jahr prophezeit hatte) in Reparatur ist, walke ich den Teig von Hand. Nach einer halben Stunde Plackerei entsteht ein fester Laib. Den fette ich mit etwas Schmalz ein, wickele ihn in Frischhaltefolie und stelle ihn für 3 Stunden in den Kühlschrank.

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So. Drei Stunden vorbei. Ich teile den Teig in 3 gleich große Teile. Mit der Teigrolle bereite ich ihn vor für meine Nudelmaschine. Dort walze ich nacheinander die Teigstücke bis zur feinsten Stufe in elend lange dünne Blätter. das Fräulein Peppinella muß assistieren, weil das alleine nicht klappt. Wäre ich Barbapapa oder Barbamamma könnte ich meine Arme verlängern. Kann ich aber nicht. Nach mehrfachem, ansteigendem Schreien Rufen erscheint sie aus den Tiefen ihres Zimmers und hilft erstaunlicherweise bereitwillig mit (Anm.: Ich gönne jedem, der hier jetzt grinst mal für ein paar Wochen eine 14einhalb Jährige.) Wir lagern die langen Lappen auf unserem ausgezogenen Esstisch.

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Nacheinander werden sie von Hand gezogen, bis sie so dünn sind, dass ich durchgucken kann. (Wenn man zu schnell oder zu doll zeiht, reißt der Teig, kannst Du prima oben auf dem Foto sehen. Eigentlich geht alles einfacher als ich dachte. Der Teig ist sehr elastisch. Man braucht lediglich eine Menge Platz und eben soviel Geduld. Nun rolle ich die erste “Sfoglia” der länge nach auf, wie ..ähm…Klopapier, nur ohne die pappe in der Mitte. Vorher (wichtig!) wird die Oberfläche großzügig mit erwärmtem, flüssigem Schmalz eingestrichen. An diese Rolle werden nun die anderen Stücke jeweils angeschlossen und aufgerollt.

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So entsteht eine ungefähr zwei Hand breite Rolle mit einem Durchmesser von etwa 5 oder 6 cm.Wichtig ist, das nicht zu viel Luft zwischen die aufgerollten Schichten kommt. Hierzu bewege ich die  Rolle vorsichtig mit den Händen hin und her.Die beiden Enden schneide ich nun mit gerade ab. Dann wickele ich das Teil erneut in Frischhaltefolie und lege es für die nächsten 20 Stunden in den Kühlschrank.

Am nächsten Tag bereite ich zuerst die Füllung. Ich koche den Grieß kurz in leicht gesalzenem Wasser. Dabei überlege ich, wann ich zuletzt Grieß gekocht habe….Da waren die Kinder noch klein….Ich würde öfter Grieß kochen, wenn der Herr Peppinello sich nicht immer so anstellen würde…DAS GEHÖT NICHT HIERHIN. Streichen. Nicht immer so abschweifen. Also. Nachdem der Grieß ein wenig abgekühlt ist, gebe ich das Ei, die Ricotta, das Vanillemark und den Zucker dazu, und rühre alles zusammen, bis eine schöne Creme entsteht, von der ich einige Male koste. Besser, wenn ich sie schnell in den Kühlschrank stelle, sonst ist bald alles weg.

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Füllung schnell in den Kühlschrank. Teigrolle raus. Ich bin gespannt. Ich schneide die Rolle in Scheiben. So 1,5 bis 2 cm dick. Ja. Brauchst nicht zu fragen, ich habe natürlich die Folie vorher entfernt, was denkst Du denn? Aha. Hier erschließt sich mir zum ersten Mal der großkotzige Begriff “Millefoglie”. Sind zwar keine 100 Schichten, aber ne Menge schon. Guck’ mal:

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Nun folgt der etwas kniffligere Teil der Operation Sfogliatelle. Es ist so eine Art Töpferarbeit.Ich nehme eine Scheibe in die Hand, und beginne vorsichtig von innen nah außen eine Mulde zu arbeiten. Ganz langsam. Und: Ich verstehe nun auch, warum die Dinger “Sfogliatelle” – Aufgeblätterte heißen. Ganz deutlich heben sich die vielen Schichten voneinander ab. Schicht für Schicht forme ich kleine Behältnisse. Man sieht ganz deutlich die blättrige Struktur. Es geht einfach, der Schmalz macht die einzelnen Schichten sehr elastisch.

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Am besten guckst Du Dir, wenn Du willst, das Video von Luciana an. Sie zeigt genau wie alles geht. (Ich kenne sie nicht, werde ihr aber auf ewig zu Dank verpflichtet sein, für Ihre tolle Anleitung nebst Rezept. Fetten Kuss!!) In das etwa handtellergroße Teigförmchen gebe ich nun einen Esslöffel von der Füllung und schließe es. Einfach oben zusammendrücken. Ohne einpinseln oder sonstigem Zirkus. Es hält. Ich habe vergessen das zu fotografieren, aber ich glaube, ich flute hier sowieso alles mit der Unmenge an Bildern. Die Sfogliatelle kommen für 30 Minuten in den auf 180 bis 200 Grad vorgeheizten Backofen.

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  Nach dem Backen lasse ich sie auf Küchenkrepp etwas auskühlen. Danach bestäube ich sie großzügig mit Puderzucker.

Und was soll ich Dir jetzt sagen? Schon bei der ersten Berührung gibt es dieses leise Knistern…Was wohl passiert wenn man hinein beißt?

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Ganz behutsam nehme ich eine Sfogliatella in die Hand. Gemächlich nehme ich den ersten Bissen und: eine Explosion. Es kracht und knistert…wow.. Es schmeckt ganz köstlich. Diese vielen knusprigen Schichten…die Creme….das mir das gelingt… der Herr Peppinello kriegt sich nicht mehr ein. Am Abend höre ich immer wieder diese Kaugeräusche aus der Küche. (Er ißt über dem Spülbecken, weil Sfogliatelle ziemlich krümeln). “Die schmecken frisch am besten.”, sagt er….Hm…so 8 bis 10 Stück….

Ich bin sehr, sehr glücklich. Das Leben kann so schön sein….

Dienstag, 1. Dezember 2009

Peppinella ohne Internet

Unten rechts in meiner Taskleiste befindet sich dieses kleine Symbol mit den zwei Monitoren nebst Weltkugel. Wenn ich mit der Maus darüber fahre öffnet sich ein kleines Fensterchen, welches mir sagt: “Momentan verbunden mit Netzwerk. Zugriff Lokal und Internet”. Am Samstag – also vor vier Tagen – war dann die kleine blaue Weltkugel weg. Eigentlich nicht weiter schlimm. Passiert meinem Router schon mal. Nach neuerlicher Aktivierung macht der Router einen Verbindungstest. Es öffnet sich die “Netgear-success-page”. Die kleine Weltkugel erscheint wieder. Gefälligerweise vor den beiden kleinen Monitorbildchen. In meiner Taskleiste. Unten rechts. Normalerweise.

Und am Samstag? Nichts.

Nach allen möglichen Selbstversuchen…Neustart. PC-Neustart. Kabel raus. Kabel rein. Erster Wutanfall. Probieren, studieren, rumfummeln…alles nutzt nichts. Netzwerk nur Lokal. Ich beschließe jemanden anzurufen, der sich besser auskennt als ich. Das Telefon macht nicht “Tuuuuuut”, als ich den Hörer abhebe. Nein. Ein schnelles “tuttuttutt”-Stakkato dringt in mein Ohr. Ich rufe mich per Handy an, und erfahre, dass ich vorübergehend nicht erreichbar bin, und versuchen soll, mich zu einem späteren Zeitpunkt anzurufen. Aha.

Auch kein Telefon. “Aus-arcor-wird-jetzt-Vodafone”, denke ich. Seitdem ist nur noch Murks. Ich laufe nach unten in unser Lädchen, und rufe von dort aus eine Hotline an, die mich an eine andere Hotline verweist. “Dieses Gespräch kostet Sie 24 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz”. Aha. Ich rufe die nächste Hotline an. Ein Roboter begrüßt mich freundlich. Er fordert mich auf, meine Kundennummer einzugeben. Weiß ich nicht auswendig. Er sagt, dass ich auch meine Telefonnummer stattdessen eingeben darf. Aha. Gesagt getan. Nun will er zu meiner persönlichen Sicherheit mein Geburtsdatum wissen. Auch das tippe ich ein. Jetzt freut er sich. “Danke”, sagt er. Optional bietet er mir verschiedene Dinge an, die ich jetzt abrufen kann. Meinen Rechnungsstand, meinen Bearbeitungsstand, meinen Auftragsstand. Ich kann ihm auch sagen, ob ich umgezogen bin, oder ob sich meine Bankverbindung geändert hat. Dafür soll ich wahlweise die Tasten 1 bis 4 drücken. Weil ich das aber nicht mache, sagt er irgendwann, dass er mich nicht verstanden hat. Er verbindet mich nun mit einem freien Mitarbeiter. Sagt er.

Ist aber wohl kein Mitarbeiter frei. Stattdessen singt mir eine junge Dame vom Band was vor. “watching the sky……” Ich warte……”all goes passing by…”. Schönes Lied eigentlich. Wenn man es aber 25 lange Minuten in Endlosschleife hört, kriegt man leichte Aggressionen. Ich zumindest.

Plötzlich meldet sich eine Frau. Eine Echte. Menschliche. Ich erkläre mein Anliegen. Sie fragt, ob ich schon mal probiert habe, den Netzstecker zu ziehen. Natürlich habe ich das. “Moment”, sagt sie dann. Sie will sich mal meine Daten anschauen. Dabei macht sie folgende Feststellung: ”Komisch. Kaufmännisch ist alles in Ordnung. Keine offenen Rechnungen.” Ich bin nun schon ziemlich pissed und gebe schnippisch zurück: “Was ist denn daran komisch, dass ich meine Rechnungen bezahle? Sollte ich das lieber lassen?” Sie ist leicht verwirrt. Nach einigen weiteren Minuten weiß sie keine Lösung. Sie verweist mich an eine andere Hotline. Die Technik-Hotline. Natürlich meldet sich wieder der Sprachroboter. Der Gleiche, aber mit einer anderen Ansage. Erneut muss ich meine Kundennummer, bzw. ersatzweise meine Rufnummer eintippen, und zur Sicherheit mein Geburtsdatum (was-geht-das-den-Roboter-eigentlich-an?). Nun kommt was Neues: Er will wissen, ob meine Störung das Telefon, das Internet, oder das Telefon und das Internet betrifft. Taste 1, 2 oder 3 an meinem Telefon. Schnell tippe ich auf die 3. Und jetzt belehrt er mich darüber, dass ich eventuell den Fehler selbst beheben kann, indem ich den Netzstecker ziehe. Ich zische einige Schimpfwörter in deutscher und italienischer Sprache in den Hörer. Er verbindet mich daraufhin mit einem Mitarbeiter. Einem freien. Er empfiehlt vorher, dass ich mich zum folgenden Gespräch mit dem Telefon in Reichweite meines Vodafone-Anschlusses platzieren soll, damit der freie Mitarbeiter mich entsprechen instruieren kann.

Ich höre aber erst mal wieder “all-goes-passing-by”. Während dessen laufe ich mit dem Hörer des Telefons (vom Lädchen) die Treppe hinauf. Der Empfang ist zu schwach. Das Funknetz reicht nicht bis oben. Also renne ich wieder runter. Ich höre eine weitere Viertelstunde “all-goes-passing-by”. Und ich kriege rote Flecken am Hals. Plötzlich ein kurzes Freizeichen. Eine Frau meldet sich. Ich erkläre ihr, was alles so los ist, und dass ich die Warteschleifenmusik mittlerweile zum Kotzen finde. Sie ist nett. Sei fragt vorsichtig, ob ich mich in der Nähe meines Anschlusses befinde. Ich sage “nein” und erkläre von welchem Telefon ich anrufe und warum. Weil mein Telefon nicht funktioniert. Und das Internet auch nicht. Sie ist richtig nett, lässt sich meine Handynummer geben und ruft dann, nachdem ich wieder nach oben gerannt bin via Mobilfunknetz an. Gut.

Sie macht einige Messungen und sendet Datenpakete. Macht irgendwas mit “ping” und anderen böhmischen Dörfern. Nichts. Im Vodafone-Büro scheint es richtig rund zu gehen, denn ich höre im Hintergrund lautes Stimmengewirr und Gelächter. Dann sagt sie (nicht zu mir): “Seid mal was leiser, ich verstehe hier überhaupt nichts!” und zu mir: “Entschuldigung.” Ich erwidere: “Ihr scheint ja Spaß zu haben, da bei Euch im Büro.” Daraufhin erklärt sie mir, dass gerade Schichtwechsel ist. Da geht es dann immer hoch her. Schichtwechsel? Ich schaue auf die Uhr. Es ist mittlerweile nach 14:00 Uhr. Ich bin immer noch im Schlafanzug. Nach einigem hin und her funktioniert das Telefon wieder. Das Internet aber nicht. Ich weiß nicht, was sie nun noch alles misst und schickt. Eingeschränkte Konnektivität…sagt mein Netzwerk. Das hat sie daheim auch schon seit einem Jahr, sagt sie. Ist aber nicht schlimm. Müsste gleich gehen. Nach weiterem Rummachen mit der Dame am Handy - ich liege zwischenzeitlich unter dem Schreibtisch und stelle zum x-ten Male fest, das an allen Endgeräten die Lämpchen grün blinken – ist sie mit ihrem Latein am Ende.

Sie gibt mir eine Telefonnummer. Noch eine andere Technikabteilung. Zaghaft erkläre ich ihr, in wievielen Warteschleifen ich nun schon für 24 Cent pro Minute gehangen habe, um mir dieses bescheuerte Lied anzuhören. Sie lacht. “Wenn unser Martin anfängt mit ihnen zu sprechen, dann umgehen sie ihn einfach, indem sie die Taste 8 drücken.”

Aha. Ich habe jetzt echtes Insider-Wissen. Der Roboter heißt Martin. Ich merke mir das. Martin meldet sich dann auch prompt an der nächsten Hotline, bietet optional Taste 1 oder 2 an und ich würge ihn ab, indem ich energisch die 8 drücke. Kurze Zeit kommt nichts. Martin spricht erneut: “Entschuldigung, ich habe sie nicht verstanden.”, sagt er. Ich drücke nochmal die 8. Er hat mich dann immer noch nicht verstanden. Wieder einige Zeit nichts. Irgendwann kann ich nicht mehr widerstehen und kreische: “Äpfel, zwei! Nicht Bananen!”. Natürlich just in dem Moment, als sich ein humanes Wesen meldet. Ein Mann dieses Mal. Ich bin ganz kurz paralysiert.

“Entschuldigung, ich meinte nicht Sie”, erkläre ich, “ich meinte Ihren Martin.” Der Mann hat eine jugendlich klingende Stimme. Er ist sichtlich amüsiert, und will wissen, woher ich weiß, dass der automatische Kollege Martin heißt. “Weil ich schon seit heute morgen mit Martin telefoniere”, antworte ich, “außerdem bewerbe ich mich hiermit offiziell als Warteschleifen-Sängerin. Das Lied kann ich nämlich mittlerweile auch schon aus dem eff-eff, und wenn Sie mir jetzt auch noch sagen, dass ich irgendwo einen Netzstecker ziehen soll, dann komme ich in ihr Büro und begehe einen Amoklauf.” Er lacht noch mehr. Ich muss auch lachen, obwohl ich sauer bin.

(Ich muss nebenbei erwähnen, dass weder der Herr Peppinello noch sein Thronfolger zu diesem Zeitpunkt zuhause sind. Derlei lange Telefonate mit Hotlines wären sonst nicht drin. Entweder sie haben Hunger, oder sie wissen alles besser und reden dazwischen.)

Der nette junge Mann gibt alles. Er befragt mich zu sämtlichen technischen Details meiner Endgeräte. Router, NT-Split, Speed-Modem. Nichts. Auch er misst und sendet. Wir schalten den Router ab und machen eine Einzelplatzverbindung. “Resetten” alles mögliche. Er kriegt von meinem Modem keine Datenpakete zurück, sagt er. Ein anderer Kollege wird mich zurückrufen, sagt er, als er nicht mehr weiter weiß. Ich soll alle Geräte eingeschaltet lassen. “Martin etwa?”, will ich wissen. Er beruhigt mich. Nein. Sven. Aha. Auf Du und Du mit den vodafone-Technikern….

Ich wasche mich (es ist Viertel nach Drei nachmittags), ziehe mich an und mache mich auf den Weg, den kleinen Peppinello abzuholen. Er hat bei seiner Oma übernachtet. Als wir zurück nach hause kommen, empfängt das Fräulein Peppinella mich mit den Worten: “Da hat gerade ein Sven Sowieso angerufen. Er hat gesagt er meldet sich gegen halb Fünf nochmal. Scheiße.

Um Fünf klingelt dann das Telefon. Sven Sowieso ist dran. Er eröffnet mir, dass er glaubt, mein Modem sei defekt, weil es nicht nur keine Daten empfängt, oder Ping, oder was weiß ich. Es sendet auch keine Signale zurück. Komisch, denke ich. Alle Lämpchen leuchten grün. Sven sagt: “Rufen Sie bitte die 0800-1721212 an. Das ist unsere kaufmännische Abteilung. Sie müssen ein neues Modem haben. Ihres läuft nicht mehr unter Garantie.”

“Stopp,” werfe ich ein, “ich habe noch ein neues original verpacktes Modem von Ihnen. Wir haben das in unserem Geschäft nicht gebraucht. Vielleicht sollte ich das erst einmal ausprobieren.” Er ist einverstanden. Er wird mich in einer Stunde zurückrufen. Ich baue also das angeblich defekte Modem aus. Dazu muss ich mich durch alle möglichen verknoteten Kabel wühlen, kriege fast eine Staublunge dabei. Notiz an mich: Dringend hinter dem Schreibtisch putzen. Ich muss den Drucker verrücken, die Pinnwand abhängen, ein Schränkchen verschieben. Dann installiere ich das neue Modem mit neuen Kabeln. Kabel können ja auch mal defekt sein. Ich hole den Staubsauger und entferne den gröbsten Staub.

Mit dem neuen Modem funktioniert das Telefon. (Sven Sowieso will ja zurück rufen) aber das Internet nicht. Ich glaube nicht, dass auch das neue Modem defekt ist…. Das sage ich auch zu Sven, als er anruft. Mit dem bin ich mittlerweile per Du. Er ist eigentlich Systemanlagenanalytiker, erfahre ich. Nach weiteren Experimenten sagt Sven, dass er die Telekom über mein Problem informieren wird, denn es scheint an der Leitung zu liegen.

“Also nichts mit meinen Endgeräten?”, frage ich. Nein. Kann nur an der Leitung liegen. Die Telekom arbeitet am Wochenende nicht. Sven wird die am Montag anrufen. Er wünscht mir noch einen schönen Ersten Advent. Ohne Internet ist es dann ja doch ganz ruhig. Ich würde Sven nun am liebsten erwürgen. Der Sonntag verläuft ruhig. Ohne Internet. Der Montag auch, weil sich von der Telekom niemand meldet. Und heute ist Dienstag.

Das Internet läuft. Es war niemand von der Telekom da. Was ich Dir jetzt erzähle, dass darfst Du keinem Menschen weitersagen, ok?

Natürlich stehe ich auf, und versuche, wie zum hundertsten Male am vergangenen Wochenende, online zu gehen. “Die Website kann nicht angezeigt werden…..bla..bla…”…Ich komme auf die Idee, das “Details-“Fenster bei der Fehlermeldung zu öffnen. Da steht, dass meine Firewall alle eingehenden und ausgehenden Verbindungen blockt.

Hä? Wie jetzt? Ich habe keine Einstellung verändert. Also…nicht wissentlich. Ich ändere die Einstellungen meiner Firewall…..Mache einen Neustart mit dem Router….und…..ähm…….Was soll ich sagen…..Ich bin online. Und feuerrot im Gesicht. Armer Martin. Armer Sven. Mea culpa. Mea maxima culpa…….

Dienstag, 24. November 2009

Coda alla vaccinara – Das fünfte Viertel

Ich bin in Deutschland aufgewachsen. Als Kind kannte ich den Ochsenschwanz nur als Suppe, wahlweise gebunden oder klar. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was mir entging.

La Coda, also den Ochsenschwanz, bezeichneten die Metzger in Rom früher als "qiunto quarto” (fünftes Viertel). Wie auch die Trippa zählte er zu den “avanzi”. Unverkäufliche Reste, die kein Kunde haben wollte. Darum aßen sie den Ochsenschwanz meist selbst, und dachten damals wahrscheinlich nicht darüber nach, dass sie so eines der berühmtesten Gerichte der römischen Küche auf den Weg brachten: La coda alla vaccinara.

Die Coda muss ich beim Metzger vorbestellen, denn hier im Rheinland ist Ochsenschwanz irgendwie nicht soooo gut verkäuflich, keine Ahnung wieso. Gesagt getan, und ran an den Herd.

Zutaten für 4 Peppinellis:

  • 1,5 kg Ochsenschwanz
  • 200g Guanciale (oder Lardo)
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • einige Gewürznelken
  • Salz und Pfeffer
  • 1/4 l Weißwein
  • Olivenöl zum Anbraten
  • 3 kleine Dosen Pelati (bei uns pomodorini Coppola)
  • 500g Sellerie, kleingeschnitten
  • Riagtoni  (Nr. 24 von De Cecco)

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Ja. Natürlich muss ich mich schon beim Kleinschneiden des Guanciale (umbrische Schweinebacke), beherrschen nicht jedes zweite Würfelchen in meinem Mund verschwinden zu lassen.

Und: Ja, natürlich hat der Metzger mit gefragt, ob er mir den Ochsenschwanz hacken soll. Was habe ich großspurig geantwortet? “Nö, mach ich selbst.”  Ich weiß selbst nicht, warum ich manchmal so dermaßen blöd bin. Zuhause erweist sich der ochsenschwanz nämlich als äußerst widerspenstig. Ich hantiere mit verschiedenen Messern herum, taste das Teil ab, bewege die einzelnen Glieder. es klappt nur teilweise. Schließlich laufe ich nach unten ( = Herrn Peppinello`s Küche im Lädchen) und hole mir ein großes Hackbeil…..Mit Gewalt geht alles…

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Schließlich brate ich das Fleisch mit den Schweinebackenwürfeln (was für ein Wort!!!) von allen Seiten schön kross und gebe dann die Zwiebel und die Nelken hinzu. Die aufsteigenden Düfte machen mich fast ohnmächtig. Ich esse weitere Würfelchen vom Guanciale, direkt aus dem Topf. Danacj lösche ich mit dem Weißwein ab, und zwar schlückchenweise, so dass er immer wieder verdampft.

Einige Schlückchen führe ich mir mit weiteren Würfelchen zu Leibe. Ein wunderbarer Vormittag. (Morgens halb Zehn in Deutschland.)

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Später gebe ich die geschälten und zerkleinerten Tomaten zu, und den Sellerie. Nun fehlt eigentlich nur meine Lieblingszutat: Zeit. Also mache ich dasselbe wie immer: Herd runterschalten, Deckel schräg stellen und alles bei kleiner Flamme ungefähr 4 Stunden schmoren lassen. Rechts oben auf dem Bild ist noch ein Stück Fleisch nicht vollkommen zerfallen….aber trotzdem nur schlecht zu erkennen.

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Ich koche Rigatoni dazu. Die vermischen wir dann mit dem herrlichen Sugo. Das Fleisch ist butterzart, und gibt dem Ganzen  einen wunderbaren Geschmack. Schade ist nur, das meine Fleischgerichte auf Fotos fast alle gleich aussehen: umhüllt mit Rot (Tomatensoße). Herr Peppinello nagt während des Essens die Knochen ab, und sieht wie ich mit Leichenmine versuche, die einzelnen Fleischstücke zu fotografieren.

“Na und?”, sagt er, “den Geschmack kriegste eh nicht auf das Bild.” Seine Tochter will wissen, was das denn überhaupt für eine Sorte Fleisch sei, und bevor ich ihn abwürgen kann, antwortet de Herr Peppinello:

“Ochsenschwanz.”

“Wie jetzt?” Entsetztes Schweigen seitens Fräulein Peppinella. Sie legt die Gabel hin. Dann fällt bei mir der Groschen.

“Nicht was Du denkst!!” (Meine Nerven.)

Dienstag, 17. November 2009

Nachgebacken: Apple Pie von “lamiacucina”

Bekanntermaßen backe ich ja nicht übermäßig gern. Ich stelle mich dabei immer eher dämlich an. Hinterher ärgere ich mich zusätzlich jedes Mal über den Saustall, den ich in der Küche veranstaltet habe, und das alles für so ein bisschen Süsskram. Aber: der Apple Pie von Robert hatte es mir sofort angetan.

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Großspurig kommentierte ich seinen Post mit “habe alle Zutaten im Haus”. Dachte ich. Ich werfe also einen Blick in meine Sammelsurium-Schublade. Ich finde keine Haselnüsse. Komisch. Ich hatte kürzlich erst welche gekauft. Na gut, ich wollte die Haselnüsse eh ersetzen durch Walnüsse. Merkwürdig, ebenfalls weg. Ich wusele mich durch die Schublade. Alles mögliche ist verschwunden. Zuckerperlen…Backoblaten..futsch. Moment mal. Ich bekomme eine leise Ahnung. Einen verdacht sozusagen. Ich verstehe jetzt, was es damit auf sich hatte, als ich neulich aus einem der Kinderzimmer 52 Mal ein leise gemurmeltes “der Leib Christi” hörte. Der kleine Peppinello hat sich vermutlich alle Oblaten als Hostien verabreicht, und das Ganze wahrscheinlich hinterher mit den Zuckerperlen gekrönt. Bei den verschiedenen Nüssen habe ich eher das Fräulein Peppinella in Verdacht. Marzipanrohmasse mögen sie beide nicht. Da war wohl deren Vati am Werke….

Lange Rede, kurzer Sinn. Nein, das muss ich streichen. Die Aussage hört sich aus meinem Munde völlig unglaubwürdig an. Jedenfalls: Ich modifiziere das Rezept und nehme gehackte Mandeln und röste sie, weil keinerlei Nüsse mehr da sind. Alle anderen Zutaten und auch das Rezept kannst Du bei Robert nachlesen.

Zutaten: hier entlang

Weitere Unterschiede zu Robert`s Originalrezept sind:

  1. Mir steht keine erfahrene Konditorin zur Seite. Statt dessen hängt mir der Herr Peppinello im Nacken. Bekanntermaßen kennt er sich in der Materie aus, und gibt (vom Sofa aus) seinen Senf dazu.
  2. ich bin unglücklicherweise nicht im Besitz von 6 kleinen Backformen a 12 cm. Ich behelfe mir ergo mit einer ganz normalen Springform.

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Damit ich auch bloß nichts schief gehen kann, beschließe ich, Robert`s Rezept auszudrucken. Ich markiere also den gewünschten Text, lese kurz die Mengenangaben für den Quarkteig und stelle die Sachen in der Küche bereit. fange dann schon mal an den teig zuzubereiten. Dessen Konsistenz löst schon halbwegs die Krätze bei mir aus, weil er so ist, wie ich es hasse. matschig, klebrig an den Fingern. Aber halt! Stand da nicht was von kalt stellen? Zum Glück habe ich ja das Rezept ausgedruckt. Mit ziemlich unsauberen Händen laufe ich zum Schreibtisch. der Drucker rattert noch immer. Die Textmarkierung ist nicht mehr da…..inzwischen hat mein Drucker mir 43 Seiten ausgedruckt. Alle von Robert. Ich verehre Robert’s Kochkunst und liebe seinen Blog. naja….dann lege ich die restlichen 42 Seiten, die ich für den Moment nicht brauche mal zur Seite. man kann ja nie wissen…. Das Pie-Rezept nehme ich mit in die Küche. Dort lese ich angestrengt zig Mal die Stelle mit den Apfelscheiben und den Apfelspalten. Im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel müssen die geschnitten werden. Ich habe acht Apfelhälften. ich beschließe 3 Hälften in Spalten und 5 Hälften in Scheiben zu schneiden. Und schneide, und schneide und schneide schließlich alle gleich, ich Rindvieh. Ob das was ausmacht?

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Der Teig muss 2 Stunden kalt stehen. danach lässt er sich entgegen all meiner Bedenken problemlos mit wenig Mehl ausrollen. Klappt alles prima. Ist auch nicht so schwierig, wie ich es mir vorgestellt habe.

Nach genau 35 Minuten Backzeit ist der (heißt das eigentlich der Pie oder das Pie?) fertig. Weil ich nicht, wie sonst, sofort an der Springform herumfummele, und auch nicht versuche den noch heißen Kuchen herauszunehmen, geht alles gut. Schmeckt fantastisch, danke Robert. Werde ich sicher öfter backen. Vielleicht mit etwas Vanille-Eis dazu. Habe momentan leider keines. Vanille-Eis verschwindet bei uns noch schneller als Backoblaten…

Das nächste Nachmach-Projekt für mich ist diese super-duper Panna Cotta mit Espressohaube von “fool-for-food”-Claudia. Außerdem würde ich gerne den Castagnaccio von Alex (Cuoche dell’altro mondo) nachbacken, aber: Ich finde weder in Köln, noch in Düsseldorf Kastanienmehl. ich suche weiter.

P.S.: Am späten Nachmittag ist der Rechner an. Der Bildschirm zeigt den “Äppelpei” von Robert. der kleine Peppinello guckt drauf und sagt: “Das sieht aber lecker aus”……meinen Kuchen wollte er nicht essen….wegen der Rosinen. Wieso wollte ich eigentlich Kinder haben???