30. März 2009

Eier im Fegefeuer – “ova ‘mpriatorio”

Bei Barbara gab es neulich Huevos Rancheros. Zunächst sagte mir das nichts…ein mexikanisches Rezept. Bolli hingegen schrieb, dass französische Freunde ihr sagten, das Gericht sein baskisch. Aha.

SOLL ICH DAS MAL MEINER SCHWIEGERMUTTER ERZÄHLEN?

Die würde mich nur verachtend anschauen, und dabei mit der Zunge schnalzen. Das gleiche Gericht gibt es nämlich in Neapel.

Zutaten (für 2 Personen)

  • 4 Eier
  • 1 kleine Dose Pelati (Dosentomaten)
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl, Knoblauch
  • Salz, Pfeffer
  • Peperoncino (Chili)
  • schwarze Oliven (die schrumpeligen)
  • Petersilie oder Basilikum

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Ein typisches “Arme-Leute-Essen”. Es heißt in neapoletanischem Dialekt “ova ‘mpriatorio”, was soviel bedeutet wie “Eier im Fegefeuer”. Das helle Ei in der feurigen Tomatensoße steht sinnbildlich für die armen Seelen im Inferno. Tatsächlich habe ich die Fotos schon länger hier rumliegen, wollte sie eigentlich gar nicht posten, weil mir das Gericht zu banal erschien. Ich dachte, Du hältst mich für blöd, wenn ich jetzt mit Spiegeleiern daher komme. Aber nun doch die Bilder:

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Geht ganz schnell. Die gewürfelten Zwiebeln und den Knoblauch in Olivenöl in einer hochrandigen Pfanne/Kasserolle anbraten. Die Dosentomaten mit der Gabel zerquetschen und dazugeben. Auf kleiner Flamme einige Minuten köcheln lassen. Salzen und pfeffern. Mit einem Löffel oder einer kleinen Kelle etwas Tomatensoße zur Seite schieben (Barbara erklärt das besser) und jeweils ein Ei hinein gleiten lassen. Einige Oliven, sowie gemahlenen oder kleingeschnittenen Peperoncino hinzugeben. Deckel aufsetzen, Flamme kleinstellen. Die “ova ‘mpriatorio” sind fertig, wenn das Eiweiß fest ist, und sich um das Eigelb eine helle Schicht gebildet hat. Nach Belieben erneut salzen und pfeffern. Nach Belieben mit Petersilie oder Basilikum bestreuen.

Wie essen dazu natürlich Brot. Und Kartoffeln. Und Salat. Oder Bratkartoffeln. Oder was gerade da ist.

Buon appetito

Kommentare:

  1. Kein Essen ist zu banal verbloggt zu werden, so lange es sich so wohlschmeckend anhört/liest und aussieht :)

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  2. Aus Neapel - klar! ;-)

    Eure Variante gefällt mir, Oliven mag ich. Wird ausprobiert. Und nach Neapel wollte ich auch schon immer mal... :-)

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  3. Das kannte ich noch gar nicht - nie gehört, nie gesehen, nie gegessen! Wird ausprobiert!
    (Siehst Du? Ich bin einfach keine Italienerin. :-) )

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  4. Lecker! Es gibt auch noch eine spanische Version, die sich "Huevos a la Flamenca" nennt. Hab ich noch nicht ausprobiert, aber klingt auch interessant!

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  5. na dann, erlösen wir die armen Seelen aus dem Fegefeuer !

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  6. Schönes, schnelles Essen, wofür meist alle Zutaten im Haus sind - danke!

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  7. ein internationales Gericht halt!

    Bei meinen Freunden gab's dieses Gericht noch zusätzlich mit Blutwurst ( boudin), klar, im Basenland....

    Kâse schmeckt sicher auch gut drübergestreut.....

    Und, wir habe dieses Rezept dann oft bei Segeltörns gemacht, alles in einer Pfanne....

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  8. Also nicht zum Frühstück. Da bin ich ja beruhigt. Sieht lecker aus!

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  9. *aniko': eigentlich haste ja recht.

    *barbara: mir gefällt deine variante auch...und ich wollte immer schon mal nach mexiko

    *nathalie: oder keine neapoletanerin?;-)

    *essenslust: muy picante, o no?

    *robert: e cosi sia...

    *eva: genau. wenn nix mehr geht, geht sowas.

    *bolli: das werd' ich probieren. Und: ja. mit käse schmeckt das genial.

    *werner: für den größeren hunge...

    *jutta: um gottes willen. ich frühstücke nur espresso...bzw...eher espressi.

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