7. Oktober 2014

Der Loks ist fertig - hausgebeizter Lachs für die Bejgl oder: Bagels with creamcheese and lox oder: Das Curry-Gitternetz bei Vollmond

Ich habe wohl schon oft diesen handelsüblichen Graved Lachs gegessen. Schmeckt mir nicht besonders. Soll aber auf die Bejgl.

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 Also habe ich rumgesucht und schließlich hier gefunden, was ich wollte. Eine einfache Anleitung zum Lachs beizen. Ich habe das Rezept leicht umgeändert, d.h. ich habe ein paar Sachen weggelassen, weil ich nicht gerne mit tausend Zutaten arbeite.

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Hier die Zutaten, ungependelt wie immer:

  • 500 g Lachs – ich fange klein an, falls es nichts wird
  • Zucker
  • grobes Meersalz
  • grob zerstoßener Pfeffer
  • frischer Dill
  • Zitronenabrieb
  • Weinbrand
  • einige Tropfen Zitronensaft

Ich halte mich nicht an die Mengenangaben aus dem Rezept, sondern bestreue  einfach den Boden einer Schale mit Salz, etwas Zucker  und grobem Pfeffer . Das abgespülte Lachsfilet schneide ich in zwei Teile, und gebe es mit der Hautseite nach unten in die Schale. Ich drücke es ganz leicht an.

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Nun bestreue ich die Oberseite mit grobem Salz, warte ein wenig, und gebe auch hier Zucker und Pfeffer dazu. Dann bestreue ich das Ganze mit frischem, kleingehacktem Dill. Peppinellis stehen daneben und kommentieren live. Fehlt nur noch meine Schwiegermutter am Telefon.

  1. “Was wird das?” (kleiner der junge Herr Peppinello)
  2. “Ekelhaft. Weiß ich jetzt schon, dass ich das auf keinen Fall esse!” (Fräulein Peppinella)
  3. “Was wollt ihr jetzt eigentlich hier?” (ich, hektisch mit der Canon) 
  4. “Ja klar, jetzt fasst sie die Kamera mit den fettigen Fischfingern an, meine Fresse.” (brauche ich dir nicht zu erklären, wer das sagt.)

In diesem Moment fallen mit die Pendler wieder ein. Leider habe ich immer noch kein Pendel hergestellt. In Gedanken stelle ich ein riesiges Pendel in meinem Kopf her, und lasse es gleichmäßig über meine Familienmitglieder schwingen. Es schlägt aus. Treffer. Versenkt. Das haben sie jetzt davon. Sie sollten Mutti halt nicht so kurz vor dem Vollmond bei der Salzgarung stören. Das gibt eine ganz negative Aura, und aggressive Stimmung. Vielleicht liegt das ja am Curry-Gitternetz.

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Den Dill drücke ich leicht mit der Hand an. ich verschließe die Form mit Frischhaltefolie und gebe den Lachs für zwölf Stunden ins Kühlhaus. Zeit genug, um dir vom Curry-Gitternetz zu berichten. Das ist nichts zum Essen. Natürlich nicht. Es ist wieder was esoterisches. Bei meiner mittlerweile zwanghaften Internetrecherche stoße ich immer wieder auf Dinge, bei denen ich mit dem Kopf auf die Tischplatte schlagen möchte, oder mich vor Lachen krümme. Meist Beides.

Solltest du Wünschelrutengänger sein, weißt du, wovon ich hier rede. Das Currygitter ist irgendwas ganz Gefährliches. Besonders in Vollmondnächten. Auf der Rutengeherseite im Netz (Inter- nicht Curry-Netz) wird das ganz genau erklärt. Schlimme Krankheiten drohen dir, wenn du so ein Curryding im Haus hast. Du solltest einen Radiäthesisten beauftragen, um Abhilfe zu schaffen. Bei Vollmond ganz schlimm, diese magnetischen Strahlungen. Genau wie bei den Gastrosexuellen, unterstreicht mein Rechtschreibprogramm das Wort “Radiäthesist”. Im Normaldeutsch “Rutengänger”. ich nehme das neue Wort in mein Rechtschreibprogramm auf. Man weiß ja nie was kommt….

“Da man die Strahlung nicht messen und sehen kann braucht man einen Rutengänger bzw. auch Radiäthesist genannt, der Rutengänger hat die Fähigkeit die elektrischen und magnetischen Energien durch den Rutenausschlag wahrzunehmen.
Jeder Mensch von uns hat diese Fähigkeit als Kind mitbekommen, jedoch durch unsere Erziehung ging diese Eigenschaft Großteiles wieder
verloren.”
(Zitat)

Ob das was nützt? Soll ich versuchen die ewige Motzerei durch einen Rutengänger zu beenden?

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Ich wende mich zunächst wieder dem Lachs zu.

(Herr Peppinello sagt: “Ich habe auch eine Rute. Ich kann damit gehen, schwingen und pendeln. Super!”)

Auf dem Boden der Schale hat sich Flüssigkeit gebildet. Damit bestreiche ich die Oberseite des Lachses. Das mache ich weitere drei Mal alle zwölf Stunden (abends, morgens, abends, morgens….). Danach spüle ich den Lachs ab, und gebe Zitronenabrieb, etwas Weinbrand und grob gemahlenen Pfeffer darüber. Im Rezept stehen auch Senfkörner. Habe ich aber keine da. Nun verteile ich getrockneten Dill darauf. Das Ganze wickele ich fest in Klarsichtfolie ein. (Der Gastrosexuelle vakuumiert natürlich. Ich habe keine passenden Beutel da. So oft benutzen wir das Teil nicht.)

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Der Lachs muß nun zwei Tage im Kühlhaus ruhen. Reifelagerung heißt das im Rezept. Bei solchen Sachen ist das Warten immer am Schlimmsten. Genau wie bei Coppa, oder Oliven (ich lege gerade wieder welche ein).

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Schließlich ist er dann endlich fertig. Ich schneide mit einem sehr scharfen Messer dünne Scheiben von der Haut. Die Bejgl (zweite Fuhre gebacken, weil schon alle aufgegessen) schneide ich auf und gebe sie kurz in unseren Kontaktgrill. Ich habe einen Kontaktgrill. Ich bin nicht gastrosexuell. Wir nutzen das Teil von Berufs wegen. 

“Schmier” – Creamcheese - habe ich auch gemacht. 500 g fetten Joghurt (10%) salzen und über Nacht durch ein feines Sieb abtropfen lassen. Am nächsten Tag nach Belieben mit Kräutern würzen. Hier mit Dill und Petersilie.

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Ganz schöner Aufwand für ein Brötchen aus Ostgalizien. Aber: Es hat sich gelohnt. Vom Lachs ist natürlich noch übrig. Den gibt es mit Pasta. Vorher muss ich was Auspendeln.

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Ich kann nämlich schon kaum noch schlafen vor Gram.

Und das liegt an Ihnen, lieber Herr Böser-Anonymer-Kommentator-der-mich-blöd-findet! Keine Angst, ich werde mich Ihnen zeitnah in einem eigenen Post widmen. Verlassen Sie sich drauf.

Kommentare:

  1. Alles selbstgemacht! Ist ja ganz grosses Kino :-)
    Anonym ist extrem blöd - Du das Gegenteil (was immer das ist).
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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  2. sieht so aus als müsste ich backen, beizen und Cremecheese basteln.
    Feige Socke, dieser Anonyme, echt feige Socke.... tststs

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  3. Ohhh, das schaut oberlecker aus und kreischt nach Nachahmung. ;)
    Ist 'n Depp und feige, wer anonym duemmliche Kommentare abgibt.
    LG und danke fuer Dein schoenes Blog, das ich eben erst gefunden habe und nun durchstoebern muss,
    Margit

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