12. März 2011

Fastenzeit: Minestra di rape e patate con pane fritto – Stängelkohl-Kartoffelsuppe mit gebratenem Brot oder: Wie eine hochgestellte Person römisch-katholischen Glaubens mir in den Rücken fällt.

Ich finde das Wort “Stängelkohl” ja immer noch ziemlich bekloppt.  Hier erst mal ein Foto davon. meine Bilder werden übrigens besser, weil ich zur Zeit in Herrn Peppinello’s Küche koche. Auf Gas wird alles besser. Das hat aber nichts mit den Fotos zu tun. Hiermit meine ich eher das Licht. In der Küche im Lädchen hat es wenig Tageslicht und viele Strahler an der Decke. Das stresst mich weniger beim Fotografieren.
Fastenzeit Rape e patate 023Geht doch, oder? Es hatte hier schon Schlimmere….
Zutaten für 4 Peppinellis:
  • 1 kg Cime di rapa (Stängelkohl)
  • 12 Kartoffeln in große Würfel geschnitten
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Peperoncino
und
  • 12 kleine Scheibe altbackenes Brot (am besten knochentrocken)
  • 200ml Milch
  • 1 Ei
  • Pecorino oder Parmesan
  • Salz und Pfeffer
Die Zubereitung ist eigentlich nicht weiter erwähnenswert. Die Rapa wird verlesen, gewaschen und kleingeschnitten. Die Kartoffeln geschält und gewürfelt. Nachdem Du in einer Kasserolle die Zwiebeln und den Knoblauch in reichlich Olivenöl angedünstet hast, gibst Du den Kohl und die Kartoffeln dazu und gießt etwas Wasser und Brühe (bei uns von der Rindfleischsuppe übrig) an.
Während die Minestra vor sich hin köchelt, reibe ich schon mal den Käse. Auftritt Herr Peppinello “Schrägstrich” - 1.Akt. Rapa findet er grundsätzlich lecker. Mit Salsiccia. Oder wenigstens mit Speck. Sagt er. Und ich sage, ich weiß, kommt aber gar nicht in die Tüte. Wir sind katholisch und ziehen das jetzt durch.
Ich stelle die Flamme unter der Minestra auf klein und den Deckel schräg. Dann verquirle ich das Ei mit dem Parmesan und weiche die Brotscheiben in Milch ein. Wichtig: Das Brot muss älter als alt sein. es saugt sich sonst beim Braten zu sehr voll. dann erhitze ich Olivenöl in einer Pfanne und wälze die Brotscheiben in der Ei-Käse-Masse.
“Außerdem esse ich am Sonntag soooo ein Rumpsteak”, sagt der Herr Peppinello. Dabei zeigt er zwischen Daumen und Zeigefinger ungefähr 5 Zentimeter an, “sonntags ist nämlich Fastenbrechen. Ich weiß das von höchster Stelle. Ich will wissen, ob er am Mittwoch eine Audienz bei Benedikt dem Sechzehnten hatte.
“Nein”, antwortet er lapidar, “bei meiner Mutter.”
Fastenzeit Rape e patate 013
Natürlich hat sie Recht und ich hasse sie dafür. Ich gebe die Brotscheiben in die Pfanne und brate sie von beiden Seiten goldbraun. Der kleine Peppinello kommt in die Küche, zieht die Brauen hoch und fragt: “Schnitzel?”
“Am Sonntag”, antwortet sein Vater.
Also, mahl ehrlich. Ich kann eh schon nichts Spektakuläres. Und ohne Fleisch, wird das Ganze hier bis Ostern noch banaler. Aber:
Es gibt spektakuläre Neuigkeiten von Olli und Svenja. Sie sind “gedätet” Heute Abend. Svenja rasiert sich gerade die Beine (man weiß ja nie, was passiert), und überlegt, ob sie sich die Haare mit dem Lockenstab ein wenig verrucht stylen soll. Gerade hat Oli sie angerufen. Er guckt gerade noch Fußball mit “seinen Jungs”, und freut sich schon auf später. (Anm. der Bloggerin: Er guckt natürlich allein. Er hat keine Jungs, die mit ihm Fußball, oder sonst was gucken wollen.)
Frauke und Bernhard beschließen zur gleichen Zeit, dass sie ein weiteres Kind bekommen wollen. (Weil das mehrere Blogger-Kollegen einer ihnen völlig unbekannten Irren so möchten). Frauke und Bernhard bitten Gaya,  die Große Mutter Erde und einige weitere verquaste, esoterische Instanzen um deren Segen und besiegeln das Ganze mit einigen tiefen Tönen aus der Klangschale.
Hier entstehen nun weitere Fragen: Wird Oli Svenja heute noch flachlegen?  Was trägt Svenja drunter?
Und: Wird Frauke daheim im Kreise ihrer Lieben entbinden, mit Hilfe einer befreundeten Hebamme, welche in ihrer Freizeit Runen wirft und Mandalas kreiert?
Wir werden es erfahren.

Kommentare:

  1. P.S: Sie will sich das Haupthaar verrucht stylen. Nicht die Haare an den Beinen. Die rasiert sie weg. Ist mir gerade beim Durchlesen aufgefallen, das die Formulierung auch Umkehrschlüsse zulässt.:-)

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  2. Du bist mal wieder goldig! Ich wäre nie im Leben nicht drauf gekommen, dass sie die Beinhaare onduliert :-)
    Und was das Fasten anbelangt: Ich kann meine Männer auch nicht von der fleischlosen Kost überzeugen. Das piept mich an! Je mehr sie nach Fleisch schreien, umso mehr betone ich, dass es keins gibt...umso mehr schreien sie dananch!
    Und keiner hilft mir
    Aber morgen gibt es Fisch! BASTA!

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  3. Können sich Frauke und Bernhard denn ein drittes Kind leisten, denn Waldkindergärten und Steiner Schulen kosten ja doch sehr viel Geld. Was macht Bernhard eigentlich beruflich?
    Svenja wird sicher flachgelegt,denn wenn sie sich schon extra die Beine rasiert,
    ist sie für alles bereit.
    Ach ja, tolles Rezept.
    Grüße aus München. Juta

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  4. mannomann, alte rock'n'rollerin, du. epilation is für nudelweichkocher. zum flachlegen sach ich mal nix und was Mandala malen angeht: Das ist wie Kochen nach Zahlen.

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  5. Tolles Essen, das ist total nach meinem Geschmack!

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  6. Guten Tag

    Ihr Blog hat unsere Aufmerksamkeit erregt, aufgrund der Qualität seiner Rezepte.

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    Herzlichst

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  7. Ich glaube, dass Peppinella mit Bernhard durchgebrannt ist und ihren Laptop
    Zurückgelassen hat. Endlich nicht mehr dauernd Beine und Achseln rasieren zu müssen ist doch auch angenehm. Und rosarote Pumphosen müssen auch nicht gebügelt werden. Und sie essen nur noch Rohkost un Müsli.
    Ach Peppinella, ich vermisse Sie, Sie hatten doch schon wieder einen so tollen Einstieg geschafft.
    Beste Grüße Juta

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  8. sehr leckeres gericht! habs direkt nachgekocht. kann mir statt normalen kartoffeln auch süßkartoffeln gut dazu vorstellen...

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  9. wirklich amüsante Stories schreibst du hier ...und das Rezept klingt auch ganz spannend :) ...schade, dass das Blog schon länger keine neueren Einträge mehr erfahren hat ...

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  10. Brotscheiben in die Pfanne, MMMhhh Lekker.
    Grüsse,
    Elena

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